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Specials: Alles zur Entstehung und Geschichte der Brit Pop/Rock Musik.

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Britpop ist eine besondere Art des Alternative Rocks, die im Vereinigten Königreich entstanden ist. Die Bezeichnung Britpop gründete sich in der britischen Independent Szene der frühen 1990er Jahre und wurde durch britische Pop-Gitarren-Musik der 1960er und 1970er Jahre beeinflusst und gekennzeichnet. Die Bewegung entwickelte sich als Reaktion auf verschiedene musikalische und kulturelle Entwicklungen in den späten 1980er und frühen 1990er Jahren, die in erster Linie durch das Grunge-Phänomen aus den Vereinigten Staaten hervorgerufen wurde. Im Zuge der musikalischen Übernahme im Vereinigten Königreich durch die amerikanischen Grunge Bands, positionierten sich neue britische Gruppen wie Suede und Blur als gegensätzliche musikalische Kräfte.

 

Somit wich die klassische Gitarrenmusik aus England zugunsten neuen Themen und Anliegen, die auch in den Texten thematisiert wurden. Bands die sich dieser Gruppierung anschlossen waren unter anderem Oasis, Pulp, Supergrass, Sleeper und Elastica. Britpop Gruppen brachten englischen Pop-Rock in den Mainstream und bildeten das Rückgrat einer noch größeren britischen Kulturbewegung mit dem Namen Cool Britannia. Obwohl die beliebtesten Bands besonders außerhalb Englands populär waren, am meisten in den Vereinigten Staaten, zerfiel die Bewegung weitgehend bis zum Ende des Jahrzehnts.

 

 

Britpop Bands wurden von britischer Gitarrenmusik der Vergangenheit beeinflusst, vor allen durch die verschiedenen Bewegungen und Genres, wie zum Beispiel British Invasion, Glam Rock und Punk Rock. Dabei gestalteten sich die besonderen Einflüsse vielfältig: Blur und Oasis zogen Ihre Musik aus The Kinks und The Beatles, während Elastica eine Vorliebe für Art Punk Rock entwickelte. Doch unabhängig davon, projizierten alle Britpop Künstler ein Gefühl der Ehrfurcht vor den damaligen Klängen aus der Vergangenheit.

 

Alternative Rock Acts aus den 1980er und frühen 1990er Jahren waren direkte Vorfahren der Britpop Bewegung. Dabei galten insgesamt The Smith als größter Einfluss für Britpop Künstler. Die Manchester Szene mit Bands wie The Stone Roses, Happy Monday, Inspiral Carpets war dagegen die unmittelbare Wurzel des Britpops, da deren Schwerpunkt auf gute Zeiten und eingängige Songs beruhigte und somit eine Alternative zum Shoegazing bot.

 

Stilistisch gesehen berufen sich Britpop Bands auf eingängige Hooks zu relevanten Texten britischer Jugendkultur. Britpop Bands hielten dagegen den Grunge für irrelevant, da er nichts über das eigentliche Leben aussagen würde. Damon Albarn meinte damals im Jahr 1993, als Blur als eine Art “Anti-Grunge-Band” bezeichnet wurde, folgendes: “Well, that’s good. If punk was about getting rid of hippies, then I’m getting rid of grunge.” Trotz der angeblichen Geringschätzung für dieses Genre fanden dennoch einige Facetten dauerhaften Einzug in den Britpop. Noel Gallagher sprach sich klar gegen Grunge aus und bezeichnete Kurt Cubain als einzigen Songwriter, zu dem er in dieser Szene aufsehen würde und betonte, das Ihre Musik ähnlich genug war als das Cobain ‘ Wonderwall ‘ hätte schreiben können.

 

 

Ein Chart-Duell zwischen Blur und Oasis mit dem Namen “The Battle Of Britpop” brachte den Britpop an die Spitze der britischen Presse im Jahr 1995. Nach den anfänglichen Komplimenten gegenüber den Bands entstanden im Laufe der Zeit echte Gegensätze zwischen den beiden Gruppen. Mit verantwortlich für die Streitereien war in erster Linie die Presse und der NME, der im August auf dem Cover die beiden Bands mit dem Titel “British Heavyweight Championschip” überlegt waren. Noch brisanter wurde das Duell durch die zeitgleichen Singleveröffentlichungen ‘ Roll With It ‘ von Oasis und ‘ Country House ‘ von Blur. Insgesamt ging es bei diesem Konflikt natürlich weniger um die Musik, als vielmehr um das gegenseitige ausspielen.

 

Oasis galten dadurch als repräsentative für den Norden Englands und Blur übernahmen den Süden. Das Spektakel erregte immer mehr die Aufmerksamkeit der Medien wie Zeitungen, Boulevardmagazine und selbst in den BBC News konnte man davon hören. Der NME schrieb damals über dieses Phänomen: “Yes, in a week wherenews leaked that Saddam Hussein was preparing nuclear weapons, everyday folks were still getting slaughtered in Bosnia and Mike Tyson was making his comeback, tabloids and broadsheets alike went Britpop crazy.”

 

Geht man nach den anschließenden Verkaufszahlen, gewannen Blur die Schlacht der Bands mit 274.000 verkauften Einheiten gegenüber 216.000 Exemplaren von Oasis. In den Charts standen Oasis damit auf Platz Zwei hinter Blur. Langfristig gesehen wurden allerdings Oasis im Laufe der Zeit kommerziell erfolgreich und das nicht zuletzt durch den amerikanischen Markt, den Sie mit Ihrer Single ‘ Wonderwall ‘ erobern konnten. Das zweite Album von Oasis ‘ (What’s The Story) Morning Glory? ‘ aus dem Jahr 1995 verkaufte sich in Großbritannien mehr als vier Millionen Mal und gehört damit zum dritt-meistverkauften Album in der britischen Geschichte.

 

Die Prominenz von Oasis ging soweit, dass der NME eine Reihe von Britpop Bands nannte (einschließlich The Boo Radleys, Ocean Colour Scene, Cast) und diese als “Noelrock” betitelten unter Berufung auf Gallaghers Einfluss auf deren Erfolg. Ab dem 10. August 1996 spielten Oasis zwei Nächte in Knebworth vor insgesamt über 250.000 Menschen. Während dieser Zeit begann auch der Wahlkampf von dem jungen Führer der Labour Party – Tony Blair. Blair vertrat das neue Gesicht voller Träume und Wünsche der britischen Gegenkultur und viele Acts, wie auch Oasis, bewunderten Ihn dafür. Noel Gallagher erschien auch auf mehreren offiziellen Sitzungen und zeigte dort seine Unterstützung für Blair.

 

 

Oasis’ dritte Album ‘ Be Here Now ‘ aus dem Jahr 1997 wurde mit Spannung erwartet. Trotz anfänglich positiver Bewertungen und guten Verkaufszahlen, geriet die Platte bald in heftige Kritik von Musik Journalisten, Schallplatten Verkäufern und sogar Noel Gallagher selbst, befand ‘ Be Here Now ‘ als zu überproduziert und aufgebläht. Musikkritiker Jon Savage bezeichnete die Platte sogar als den einen Moment, wo der Britpop sein Ende fand. Savage erklärte dazu: “The album “isn’t the great disaster that everybody says, it was supposed to be the big, big triumphal record”. Zur gleichen Zeit versuchte Damon Albarn mit dem fünften Studioalbum ‘ Blur ‘ sich weiter vom Britpop zu entfernen.

 

Blur entfernten sich von Ihrer Parklife-Sound-Ära und begannen Ihre Musik mehr nach den amerikanischen Lo-Fi zu assimilieren, insbesondere den von Pavement. Albarn erklärte in der Januar Ausgabe 1997 des NME: “We created a movement: as far as the lineage of British bands goes, there’ll always be a place for us”, aber fügte hinzu, “We genuinely started to see that world in a slightly different way.” Als die Britpop Bewegung in Ihrer Entstehung verlangsamte, kamen viele Bands ins Stocken oder lösten sich auf. Während die etablierten Bands in dieser Szene mit Ihrer Daseinsberechtigung zu kämpfen hatten, verlagerte sich die Aufmerksamkeit auf andere englische Bands wie Radiohead und The Verve, die bisher von den Medien übersehen wurden.

 

Diese beiden Gruppen, insbesondere Radiohead, zeigten deutliche esoterische Einflüsse aus den 1960er und 1970er Jahren, Einflüsse die unter dem früheren Britpop ungewöhnlich wirkten. Im Jahr 1997 veröffentlichten Radiohead und The Verve die beiden Platten ‘ Ok Computer ‘ und ‘ Urban Hymns ‘, welche große Anerkennung bei den Meiden und Fans fanden. Post-Britpop-Bands wie Travis, Stereophonics und Coldplay wurden von der Brit-Pop-Bewegung beeinflusst, besonders durch Oasis, die zu den erfolgreichsten Rockbands der späten 1990er und frühen 2000er Jahre zählen.