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Specials: Alles zur Entstehung und Geschichte des Lo-Fi Sounds.

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Lo-Fi (aus der Bezeichnung “Low Fidelity”) ist ein Begriff in der Musik, der für gewöhnlich einen Sound von geringerer Qualität beschreibt, als man es zum Beispiel durch die üblichen Standards gewohnt ist. Die Qualitäten von Lo-Fi sind in der Regel durch niedrig aufgenommene Audiodateien oder schlechte Aufnahmegeräte geprägt und zeigen dies am deutlichsten bei dem Debüt der Thermals ‘ More Parts Per Million ‘ aus dem Jahr 2003. Im Laufe der Zeit bildete sich daraus ein eigenes Genre mit einem gewissen ästhetischen Anspruch im Bereich der Tonträger. Viele der Lo-Fi Künstler verwenden bei den Aufnahmen günstige Kassettenrecorder. Der Begriff selbst stammt von WFMU DJ William Berger, der in seiner Radioshow eine halbe Stunde Musik spielte, die zu Hause aufgenommen und in den späten 80er Jahren von Berger unter dem Begriff Lo-Fi betitelt wurden.

 

 

Die Wurzeln des Lo-Fi Sounds gehen zurück auf eine Reihe von Live-Cylinder-Recordings im Jahr 1900/04 von Lionel Mapleson, der diese Stücke während des Catwalks über die Bühne der Metropolitian abspielte. Die Klangqualität dieser “Mapleson Cylinders” ist sehr schlecht, dafür besticht Sie durch eine ästhetische Qualität, einem authentischen Gefühl und unbearbeiteten Ereignissen in Echtzeit. Lo-Fi Aufnahmen kamen besonders in den späten 70er bis Anfang der 80er Jahre in Mode, mit Elementen aus dem elektronischen Bereich.

 

Im Monte A. Melnick’s biographischen Buch “On The Road With The Ramones”, hält Thomas Erdelyi die erste Platte für ein “great lo-fi album”. Suicide’s Debütalbum ist eine große Sammlung von Lo-Fi Klassikern, welches Bruce Springsteen als Inspiration für sein Album ‘ Nebraska ‘ im Jahr 1982 beschrieb. Andere Lo-Fi Platten aus diesem Bereich waren unter anderem ‘ United ‘ von Throbbing Gristle, ‘ Private Plane ‘ von Thomas Leer und die Single ‘ Leatherette ‘ von The Normal’s. Eine weitere klassische Band aus England waren die Young Marble Giants.

 

 

Um das musikalische Genre als Begriff zu beschreiben, ist Lo-Fi vorallendingen während der frühen 80er Jahre bekannt geworden, als Tascam’s Vier-Track Portastudio mit der Kassetten-Technologie assoziiert wurde. In den frühen 1990er Jahren fand Lo-Fi ein breites Publikum durch Bands wie The Apple In Stereo, Beck, Blur, Pavement, Modest Mouse, Yo La Tengo, Jon Spencer Blues Explosion, Ellioth Smith, Of Montreal und The Shins. Lo-Fi Künstler haben oft nur eine alte Ausrüstung und das oftmals durch finanzielle Umstände, aber auch da diese veralteten Technologien einzigartige und klangliche Assoziationen hervor bringen. Das Wachstum des Lo-Fi Sounds wird mit der zeitlichen Zunahme der extremen Glätte und Politur der Mehrspur-Aufnahmetechnik der 1980er Jahre verbunden.

 

Viele Künstler assoziierten die Lo-Fi Bewegung mit Bill Callahan oder Bob Log III, die den häufigen Einsatz von Aufnahme Equipment ablehnten um damit Ihren Sound roher zu gestalten. Andere Künstler wie Guided By Voices und The Mountain Goats schoben sich dagegen immer mehr in professionelle Studios. Das Black Metal Genre nahm in den späten 1980er und frühen 1990er Jahren die Lo-Fi Ideen an, um sich selbst mehr von der Popmusik zu distanzieren. Die meisten Bands in dieser Zeit nahmen Ihre Platten mit einem extrem niedrigen Budget auf, mit Vier-Spur-Rekordern und anderer Ausrüstung, die Sie für Ihre Sounds nutzen konnten. Das beste Beispiel dafür ist das Darkthrone Album ‘ Transilvanian Hunger ‘, deren Alben absichtlich der “lo-fi” Klangqualität untergeordnet wurde.

 

 

Derzeit gibt es eine wachsende Lo-Fi Gemeinschaft in den Vereinigten Staaten und Kanada. Die jüngste Welle davon trägt den Namen Shitgaze, aufgrund des bemerkenswert großen Einflusses von Shoegaze, sowie die Low-Budget-Aufnahmetechniken. Bekannte Bands darunter sind Two Gallants, Wavves, No Age,Times New Viking, The Strokes (frühere Arbeiten) und die Vivian Girls. Des Weiteren gibt es auch noch die neue Entwicklung von Lo-Fi-Goth Bands, die Einflüsse aus Noise, Deathrock, New Wave, Punk und Hardcore in Ihre Songs übernehmen.