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Kritik: Bonaparte – ‘ Bonaparte ‘ (VÖ: 30.05.2014)

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Bonaparte

 

VÖ: 30. Mai 2014
Label: Warner Music Int. (Warner)
Titel: 12
Spieldauer: 40:29

 

Vorbei ist es mit der charmanten Unverschämtheit der letzten Jahre. Dem schwitzenden Rock’n’Roll-Star sind die Ideen ausgegangen. Der Schirmherr der Berliner Karneval-Band Bonaparte vollzieht zukünftig seine verzwirbelnden und animalischen Künste ohne expressiven Schwung. Tobias Jundt sitzt auf der neuen Platte in der Ecke und sinniert sinnfrei herum. Da werden flache Beats zusammengestöpselt, vorhersehbare Rhythmen latschen grußlos an einem vorbei, da fliegen keine Pferdeköpfe mehr herum, keine pornografischen Szenen mehr am Straßenrand. Nichts. Nur kalkuliertes Marketing. Pünktlich zum aufkeimenden Trend der Selbstprotraits, hat Jundt vor einigen Wochen den Track ‘ Me So Selfie (Feat. Tim Fite) ‘ aufgenommen – prinzipiell eine gute Idee – nur leider wurde das darin enthaltene Potential schamlos über die Bordsteinkante in den nächsten Abfluss geschüttet.

 

Letztlich kann der nervtötende Track am Besten als Zynismus gegen diesen Trend der sinnfreien Selbstdarstellung verstanden werden. Ein wenig besser wird es im folgenden Stück ‘ Two Girls ‘, welches an alte Zeiten anknüpfen und mit fiesen Hooklines einen funktionierenden Tanzflächenfüller anbietet. Um die kostbare Zeit im Folgenden nicht weiter zu beanspruchen, direkt der Sprung zum stürmisch voranschreitenden ‘ Yes Dear You’re Right I’m Sorry ‘. Nach den letzten drei Platten ist es zwar nichts neues, aber zumindest sorgt es für den launischen und dringenden Wachmacher in einer Platte, die wahrlich erschreckend einfallslos ausgefallen ist. Einzig ‘ Like An Umlaut In English ‘ überzeugt noch mit seinen wunderschön schwingenden und an Interpol erinnernden Gitarrenlinien. Danach ist Schluss.

 

 

 

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