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Kritik: The Pains of Being Pure At Heart – ‘ Days of Abandon ‘ (VÖ: 06.06.2014)

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10_DaysofAbandon_picboxR_6_10The Pains of Being Pure…
Days of Abandon

 

VÖ: 06. Juni 2014
Label: Fierce Panda (Cargo Records)
Titel: 10
Spieldauer: 36:58

 

Möchte man – aus welchen Gründen auch immer – in Schwermut, Herzschmerz und Trauigkeit versinken, dann sind The Pains of Being Pure at Heart – wie in den Jahren zuvor – auch im Jahr 2014 die beste Wahl. Ein Song wie ‘ Beautiful You ‘ zieht einen ungemein runter. Hinterher möchte man gar nicht mehr unter der Bettdecke hervorkriechen. Da kann es 30° draussen haben, es interessiert absolut nicht, wenn sich in den eigenen vier Wänden der tagträumerischer Bedroom-Pop zu alternativen Hymnen verwandelt. Letztlich ist es aber auch schon das Einzigste, was uns The Pains of Being Pure at Heart an Gefühlen anbieten können. ‘ Days of Abandon ‘ befasst sich mit dunklen Themen und spiegelt zugleich ein wesentlich persönlicheres Niveau von Sänger Kip Berman wieder. “I wanted the music to be joyful and full of light, even if the subjects were often dark.”

 

Um seine Vision besonders live besser verwirklichen zu können, wurde unter anderem Connor Hanwick von The Drums verpflichtet. Produziert wurde das Album von Andy Savours (My Bloody Valentine, Patrick Wolf, Cloud Boats) und schöne Artwork ist von einer eindrucksvoll filigranen Zeichnung der Südkoreanischen Künstlerin Lee Jinju geziert. Das sind die Eckdaten und wer bisher mit der Band zufrieden war, der wird es auch nach ‘ Days of Abandon ‘ sein. Wer dagegen musikalisch etwas neues erwartet wird enttäuscht. Berman schwelgt im Melodram, navigiert die Dynamik seiner Nostalgie durch leichte Berührungen und achtet dabei stets auf die goldfarbene Eingängigkeit seiner Texte. Was hingegen immer wieder angenehm auffällt, ist sein abwechlungsreiches Spiel an der Gitarre. ‘ Masokissed ‘ ist mit den sanft geschichteten Gitarrenlinien so ein Beispiel. Herrlich anzuhören, beinahe zeitlos und dabei so voller Energie.

 

The Pains of Being Pure at Heart kommen auf Ihrem dritten Album ohne Hit aus, verzichten auch auf besonders anspruchsvolle Arrangements und selbst wenn die Schwermut wie ein schwarzer Vorhang über den zehn Tracks hängt, so bleibt ‘ Days of Abandon ‘ dennoch eine leicht verdauliche Pop-Platte für die vermeindlich schweren Zeiten des eigenen Lebens.