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Platte der Woche #23: Glass Animals, ZABA

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10_zaba_picboxR_9_10Glass Animals
ZABA

 

VÖ: 06. Juni 2014
Label: Caroline (Universal Music)
Titel: 11
Spieldauer: 45:31

 

Viele Künstler, Bands und Labels haben sich für den 06.06. als Tag der Veröffentlichung ausgewählt. Jack White, The Pains of Being Pure at Heart, The Phantom Band, Kasabian, Chrissie Hynde, Highasakite und noch so einige mehr. Man sollte dabei eigentlich meinen, hier ein Album der Woche zu finden würde sich zu einer langwierigen und intensiven Arbeit entwickeln. Doch haben sich bereits über die letzten Woche immer wieder betörende und einzigartige Klänge aus den dunklen Tiefen der Elektronik mit einem glitzernden melodischen Touch tief in das eigene Herz gebohrt – es hat die Entscheidung leicht gemacht. Die nahezu perfekten Songs kreierten im Vorfeld aufregende Neugierde und es war spannend zu sehen, wie sich die Glass Animals nach jeder neuen Veröffentlichung wandelten, von R’n’B in subtile Elektronik abtauchten und mit optimistischen Klängen aus dem Deep House Bereich wieder zurückkamen.

 

‘ Pools ‘ fasst dabei auf dem Debütalbum die tragende Philosophie am Besten zusammen. Entfremdende Drums bieten einen erdigen Untergrund, während benebelte Synths und Gitarren einen hauchdünnen Glanz hinzufügen. Die sanften Gesänge von Dave Bayley huschen dabei als zarte Lebewesen getarnt, geduckt über den Waldboden in die vitalen Klangfarben des dichten Dschungels. Trotzdem bleibt ‘ Gooey ‘ das unvermeindlich fordernde Flagschiff auf dem Debüt. Die hier folgenden Minuten gleichem einen Fieber-Delirium, einem narkotisierten Traum, einem rätselhaften Bewusstseinsstroms, das mit Knacken, Knistern und Zirpen ein Wunderland vor unserem geistigen Auge entfesselt, welches einem wiederum mit seiner Textur, Dynamik und Musikstilen um den Verstand bringen wird. Bei ‘ Hazey ‘ erleben wir eine blasse Feuchte, glasartiges Grollen symbiotischer Harmonien und nervös zuckende Augen auf der Suche nach dem nächsten Stich in die vollkommene Abhängigkeit.

 

‘ Cocoa Hooves ‘ wurde schon vor zwei Jahren auf Ihrer EP veröffentlicht, ging jedoch ein bisschen unter. Hoffentlich bekommt der Track jetzt seine verdiente Aufmerksamkeit. Denn aus gesamter Sicht hat dieser Track doch etwas ziemlich einzigartiges an sich. Es ist anfänglich wie ein Schlafmittel, ein Gitarre-infundiertes Einführungssegment lässt uns beinahe die Augen schließen, da schneidet plötzlich ein chaotisches Moment des Wahnsinns als greller Lichtblitz in die letzte verbliebene Öffnung zwischen den Augenliedern. ‘ Cocoa Hooves ‘ beruhigt sich zwar dann wieder, doch bleibt es eine hypnotisierende Affäre und ein verdammt intensives Erlebnis voller sexueller Energie. ‘ Zaba ‘ ist ohne Frage ein weiterer Kandidat für das Album des Jahres. Es ist absolut erfrischend, bietet dazu eine anspruchsvolle Mischung aus subtilen, bösartigen und äußerst charmanten Passagen, die abschließend aber nur einen kleinen Einblick davon geben, was wir von den Glass Animals in Zukunft noch alles erwarten dürfen.