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Kritik: GusGus – ‘ Mexico ‘ (VÖ: 20.06.2014)

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Mexico

 

VÖ: 20. Juni 2014
Label: Kompakt (rough trade)
Titel: 09
Spieldauer: 49:39

 

Die neue Platte von GusGus wird bereits das neunte Studioalbum von GusGus sein, dass mit dem Titel ‘ Mexico ‘ einen weichen Glanz über die neuen Songs zieht und mit geschwungenen Linien einen befriedigenden Nachfolger präsentiert. Die elektronische Tanzmusik ist Ihr Metier und der Anspruch auf die alleinige Herrschaft folgte mit der ersten Single ‘ Crossfade ‘. Es ist die charakteristische Mischung aus flotten Synths, gleichförmigen Beats und extravaganten Gesängen, die unbeirrbar die überragende Qualität des Songwritings fortführt und damit in den nächsten Monaten und Jahren äußerst erfrischend über die Tanzflächen dieser Welt ziehen wird. Erschienen ist die Vorab-Single in digitaler Form inklusive einem prächtigen Set an Remixen.

 

Das eröffnende Stück ‘ Obnoxiously Sexual ‘ ist eine sanft dahintreibende Mid-Tempo-Nummer, die mit Ihren Disco-getönten Tasten und den kurz aufbrechenden Geigen-Arrangements gegen Ende in eine klangliche Wonne entschwindet. Ein tadelloser Einstieg in das neue Album von GusGus. Im Anschluss wird es dagegen etwas dünn. Die Subtilität aus vergangenen Jahren scheint dahin und keimt die Angst auf, dass GusGus scheinbar hier das vergessen haben, wofür Sie einst in den 2000er Jahren gekämpft haben. ‘ Ladyshave ‘ und ‘ Polyesterday ‘ sind die unvergesslichen Nummern für die Ewigkeit, der perfekte Spagat zwischen Pop, Electro und Rock. Sowas gibt es bei ‘ Mexico ‘ nicht mehr, da GusGus den Fokus unmissverständlich auf die tanzbare Musik legen und diesen mit einigen hymnischen Refrains zuckern. Es ist also nicht alles schlecht, wo eine Veränderung dahinter steckt – aber die Gruppe aus Island verblasst eben ein wenig im direkten Vergleich zu den früheren Platten.

 

‘ God Application ‘ und auch ‘ This Is Not The First Time ‘ sind in der zweiten Hälfte die ersten nennenswerten Verschiebungen im klanglichen Konstrukt, welche GusGus mit einer ordentlichen Beat-Architektur und eigenwilligen Loops auf die richtige Spur zurück führen. Das gleichnamige Titelstück ist daraufhin ein knarzendes Instrumental mit verzerrten Synthies und schräg verzogenen Disco-Anleihen. ‘ This Is What You Get When You Mess With Love ‘ ist als letzte Nummer ein nettes Outro und man hätte sich hier noch gerne ein paar Minuten Zugabe gewünscht. Insgesamt bleibt die Kerntruppe um Birgir Thorarinsson, Daníel Ágúst, Högni Egilsson und Stephan Stephensen auf ‘ Mexico ‘ über dem vermeindlichen Durchschnitt und präsentieren einen befriedigenden Nachfolger zu ‘ 24/7 ‘ und ‘ Arabian Horse ‘. Nicht mehr und nicht weniger.