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Kritik: George Ezra – ‘ Wanted on Voyage ‘ (VÖ: 27.06.2014)

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10_WantedonVoyage_picboxR_7_10George Ezra
Wanted on Voyage

 

VÖ: 27. Juni 2014
Label: Smi Col (Sony Music)
Titel: 12
Spieldauer: 51:23

 

Dieses Album ist, man kann es nicht anders sagen, ein Albtraum für jeden Musikjournalisten. Da spaziert dieser milchgesichtige Twen aus Bristol, dessen Songs sich gerade im Frühstücksradio landauf landab die Klinke in die Hand geben, einfach durch die Hintertür auf die große Showbühne, trällert gutgelaunte Lieder über Städte, von denen er frech behauptet, er habe sie noch gar nicht besucht und alle finden es gut. Was alle gut finden, ist aber ein Problem für den Kritiker, wird er doch für jedes Haar bezahlt, das er in der Suppe findet, muss er doch trotz sinkender Auflage einem hehren Anspruch genügen. Und so sitzt der Fachmann als modern gewandeter Pilatus auf dem Bürostuhl, der imaginierte Leser in seinem Kopf schreit in einem fort: „Kreuzige ihn!“ und er kann nur genervt mit den Schultern zucken und antworten:

 

Wofür denn aber, ich finde keine Schuld an ihm!?“ Blogger müsste man sein… Dann nämlich dürfte man schreiben, dass zwar am Singer-Songwriter-Pop des Jungen nichts Weltbewegendes ist, er aber die gesamte Klaviatur der populärmusikalischen Unterhaltungsmusik erstaunlich clever zu spielen weiß. Über das lautmalerische Wohlfühl-Liedchen ‘ Budapest ‘ muss dabei gar nicht mehr gesprochen werden, die Frage war ja eher, ob noch mehr Stücke mit dieser unbekümmerten Lockerheit auf dem Album zu finden sind. Und tatsächlich, auch ‘ Blame It On Me ‘, ‘ Cassy O’ ‘ und ‘ Listen To The Man ‘ müssen sich nicht verstecken, Handclaps, Fingerschnippen, gefälliger Countryswing, hier ein bisschen Weltmusik, da ein wenig Gospel, funktioniert prima. Interessanterweise ähnelt Ezras Stimme dann, wenn sie wie beim rockigen ‘ Stand By Your Gun ‘ etwas gefordert wird, der von Caleb Followill, dem Sänger der Kings Of Leon, wem der beiden das zukünftig zum Vorteil gereicht, wird sich noch zeigen.

 

Für den Augenblick ein durchaus ansprechendes Debüt, wenn Ezra sich die Leichtigkeit bewahrt und sein Talent zu nutzen weiß, sollte ihm das Schicksal des One-Hit-Wonders erspart bleiben.

 

 

martin lorenz

 

 

 

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