Specials: Geschichte und Hintergründe der englischen Post-Punk Band Joy Division – Teil 2.

am 03.05.2011 in Aktuell, Konzertberichte


 

UNKNOWN PLEASURES

 

Im April 1979 nahm die Band dann Ihr Debütalbum ‘ Unknown Pleasures ‘ in den Strawberry Studios in Stockport auf. Produzent Martin Hannett verpasste der Platte den finalen Sound. Bernand Sumner und Peter Hook mochten allerdings nicht diesen “spacious, atmospheric sound” des Albums, der nicht mehr diese aggressive Grundstimmung in der Live-Atmosphäre widerspiegelte. Hook sagte im Jahr 2006, “, “It definitely didn’t turn out sounding the way Iwanted it…. But now I can see that Martin did a good job on it…. There’s no two ways about it, Martin Hannett created the Joy Division sound”. Das Albumcover wurde von Peter Saville entworfen, der auch bei zukünftigen Releases das Artwork entwerfen durfte.

 

‘ Unknown Pleasures ‘ erschien im Juni bei einer Auflage von 10,000 Stück, die in kürzester Zeit vergriffen waren. Tony Wilson machte den Erfolg des Albums für die neuen Strukturen des Labels verantwortlich, dass aufgrund dessen nun unabhängig von Major Record Labels operieren konnte. Das Review für den Melody Maker schrieb Jon Savage: “”[leaving] the twentieth century is difficult; most people prefer to go back and nostalgize, Oh boy. Joy Division at least set a course in the present with contrails for the future—perhaps you can’t ask for much more. Indeed, Unknown Pleasures may very well be one of the best, white, English, debut LPs of the year”.

 

Der nächste Auftritt bei Granada TV folgte im Juli 1979 und die einzigste Erfahrung auf Landesebene gaben Joy Division im September bei BBC2′s Something Else. Im Oktober war die Band auf der Tour der Buzzcocks durch das Vereinigte Königreich mit von der Partie, die 24 Auftritte beinhaltete, und die restlichen Mitglieder dazu zwang, Ihren regulären Jobs aufzugeben. Die non-Album Single ’ Transmission ‘ erschien im November. Joy Division’s aufkeimender Erfolg gab der Band einige Spitznamen wie “Cult Of No Name”, oder wurden klischeehaft als “intense young men dressed in grey overcoats” bezeichnet.

 

CLOSER UND CURTIS’ SELBSTMORD

 

Im Januar 1980 gingen Joy Division auf Europa Tournee. Curtis hatte in dieser Zeit nur zwei Anfälle innerhalb von zwei Monaten bis Ende der Tour. Martin Hannett produzierte erneut die Platte und die Band spielte Ihre Songs zu ‘Closer ‘ im März in den London’s Britannia Row Studios ein. Im März erschien zudem die Single ’ Licht und Blindheit ‘ (featuring der Songs ‘ Dead Souls ‘ und Atmosphere ‘) auf dem kleinen französischen Label Sordide Sentimental. Wegen Schlafmangels und den vielen Stunden des instabilen Zustands, ausgelöst durch die Epilepsie, von Curtis wurden auch die andauernden Krämpfe immer unkontrollierbarer. Curtis hatte oft minutenlange Krämpfe während den Auftritten, die Ihm merklich zusetzten, beschämten und depressiv machten.

 

Da die Band stets in solchen Momenten weiter spielte, nahm das Publikum diese Anfälle als Bestandteil der Show auf, ohne zu wissen wie ernst es in diesen Tagen eigentlich um Ian Curtis stand. Am 7. April versuchte er seinen ersten Selbstmord mit einer Überdosis Phenobarbiton. Am nächsten Abend spielten Joy Division ein Konzert in der Derby Hall in Bury. Mit Curtis’ Genesung wurde zugleich beschlossen, das die Band zu Beginn ein kombinierendes Set spielen würde, mit den beiden Sängern Crispy Ambulance und Simon Topping von A Certain Ratio. Curtis kam anschließend auf die Bühne um einen Teil des Konzerts selbst zu performen. Als jedoch Topping gegen Ende des Auftritts wieder auf die Bühne kam um Curtis zu vertreten, flogen die ersten Flaschen auf die Bühne.

 

Als Gretton in die Menge sprang, führte das schlussendlich zu einem Aufruhr. Vereinzelte Gigs wurden im daraufhin im April abgesagt und nur ein Video zur neuen Single ’ Love Will Tear Us Apart ‘ entstand in diesem Monat. Die letzte Show von Joy Division sollte in der University Of Birmingham’s High Hall am 2. Mai folgen. Danach startete die Planung für die erste Tour durch die Vereinigten Staaten im Mai 1980. Während Curtis sich eine Auszeit gewünscht hat, um ein paar alte Freunde zu besuchen, täuschte er immer wieder Aufregung über die bevorstehende Tour vor, um so seine Band und auch die Leute von Factory Records nicht zu enttäuschen.

 

In dieser Zeit brach auch die Beziehung zwischen Ihm und seiner Frau Deborah Curtis (das Paar heiratete im Jahr 1975) auseinander. Gründe dafür waren seine schlechte Gesundheit, der Umstand aus der Band ausgeschlossen zu sein und seine Beziehung zu einer jungen belgischen Frau namens Annik Honroé, die er auf der Europa-Tournee kennengelernt hatte. An dem Abend vor der Amerika Tour ging Curtis nochmals in das Haus seiner Ehefrau in Macclesfield um mit Ihr zu reden. Er bat sie eingereichte Scheidung fallen zu lassen. Später schrie er Sie an das Haus zu verlassen und erst wiederzukommen, wenn er den Zug nach Manchester am nächsten Morgen genommen hätte.

 

In den frühen Morgenstunden am 18. Mai 1980 erhängte sich Curtis in seiner Küche. Deborah Curtis entdeckte seinen leblosen Körper bei Ihrer Heimkunft am nächsten Morgen. Tony Wilson sagte im Jahr 2005 zu dem Selbstmord von Ian, “I think all of us made the mistake of not thinking his suicide was going to happen…. We all completely underestimated the danger. We didn’t take it seriously. That’s how stupid we were.”

 

NACH JOY DIVISION

 

Curtis’s Selbstmord, ”made for instant myth” – in den Worten von Musik Kritiker Simon Reynolds. Jon Savage schrieb in seinem Nachruf für Curtis im Melody Maker: ”"Now no one will remember what his work with Joy Division was likewhen he was alive; it will be perceived as tragic rather than courageous”. Im Juni 1980 erschien postum die Single ’ Love Will Tear Us Apart ‘ mit Chartplatzierung 13 in den UK Singles Charts. Im Juli 1980 wurde die finale Version von ‘ Closer ‘ veröffentlicht und erreicht den 6. Platz in den UK Album Charts. NME Kritiker Charles Shaar Murray schrieb: “”Closer is as magnificent a memorial (for ‘Joy Division’ as much as for Ian Curtis) as any post-Presley popular musician could have.”

 

Die Mitglieder von Joy Division hatten einen Pakt, der bereits lange vor dem Tod Curtis’ ins Leben gerufen wurde mit dem Grundsatz: Sollte irgendein Mitglied die Band verlassen, die verbleibenden Mitglieder würden den Namen Ihrer Band ändern. Und so entstand schließlich New Order. Die Band wurde als Trio gegründet mit Sänger Sumner am Mikrophon. Morris’s Freundin Gillian Gilbert kam erst später in die Band und übernahm das Keyboard, wie auch die zweite Gitarre. Die erste Single von New Order erschien 1981 mit Namen ‘ Ceremony ‘ und beinhaltete die letzten beiden Songs, die Curtis geschrieben hatte. Während die Band besonders in den Anfangsjahren mit dem Schatten von Joy Division verfolgt wurde, konnten Sie diesen doch ablegen und erreichte einen großen kommerziellen Erfolg.

 

Viele weitere Veröffentlichungen von Joy Division kamen nach der Auflösung in die Läden. ‘ Still ‘ war eine Zusammenstellung von fünf Tracks und seltenen Aufnahmen, die 1981 veröffentlicht wurden. Factory brachte die nächste Compilation ‘ Substance ‘ im Jahr 1988 auf den Markt, mit vielen verschiedenen Singles, die in der damaligen Zeit nur mit einer sehr begrenzten Stückzahl ausgeliefert wurden. Eine weitere Compilation ‘ Permanent ‘, erschien 1995 über London Records, die sämtliche Rechte für alle Songs nach dem Weggang von Factory Records im Jahr 1992 beinhaltete. Ein umfassendes Boxset ‘ Heart And Soul ‘ erschien im Jahr 1997. Das Compilation Album ‘The Best Of Joy Division ‘ wurde 2008 veröffentlicht.

 

LYRICS

 

Ian Curtis war der alleinige Songschreiber der Band. Er schrieb dabei die meisten seiner Texte, wenn er stimmungsmäßig förmlich dazu getrieben wurde. Dabei hörte er die Musik seiner Band (die meistens von Sumner arrangiert wurde) und benutzte die dazu am Besten passenden Texte. Wörter und Bilder wie “coldness, pressure, darkness, crisis, failure, collapse, loss of control”. Im Jahr 1979 schrieb Paul Rambali im NME: “The themes of Joy Division’s music are sorrowful, painful, and sometimes deeply sad”.

 

Die Band weigerte sich Ihre Texte an die Presse weiterzugeben, zu erklären oder abzudrucken. Curtis erklärte im Fanzine Printed Noise: “”We haven’t got a message really; the lyrics are open to interpretation. They’re multidimensional.You can read into them what you like”. Die anderen Bandmitglieder gaben später zu, den Texten von Curtis selbst weniger Beachtung geschenkt zu haben. In einem Interview mit Option im Jahr 1987 meinte Morris dazu: “We just thought the songs were sort of sympathetic and more uplifting than depressing. But everyone’s got their own opinion”. Deborah Curtis erinnerte daran, dass erst mit der Veröffentlichung von ‘ Closer ‘ viele die inneren Umstände von Ian besser verstanden und genauer darauf achteten, “his intentions and feelings were all there within the lyrics.”

 

Die übrigen Bandmitglieder bedauerten es im Nachhinein, die Warnzeichen in Curtis’ Texten nicht gesehen zu haben. “This sounds awful but it was only after Ian died that we sat down and listened to the lyrics,” so Morris im Jahr 2007.”You’d find yourself thinking, ‘Oh my God, I missed this one.’ Because I’d look at Ian’s lyrics and think how clever he was putting himself in the position of someone else. I never believed he was writing about himself. Looking back,how could I have been so bleedin’ stupid? Of course he was writing abouthimself. But I didn’t go in and grab him and ask, ‘What’s up?’ I have to live with that.”

 

 

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referenzen:

en.wikipedia.org

 



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