Konzertbericht: The Dø am 24. November 2011 im Hansa 39 in München + Bilder von der Show.
am 26.11.2011 in Aktuell, Hervorgehoben, Konzertberichte

Der gestrige Abend vor dem Konzert forderte Durchhaltevermögen: Zumindest für die Menschen unter uns, deren Füße sich gegen 19:30 Uhr vor dem Eingang der Kranhalle in München versammelten: Man durfte zur gewohnten Zeit nicht eintreten. Warum? Das erklärte der aushängende Zettel an der Eingangstür mit den Worten,”Die Show verspätet sich leider, da The Dø noch im Stau stecken”. So dauerte es noch eine halbe Stunde länger, die Rückmeldung der eigenen Füße konnte man nur noch sehr zaghaft wahrnehmen und so war es dann ein sichtlicher Trost, dass mit der Bar und ein paar heißen Getränken auch endlich wieder Leben in den verfroren Körper drängte. Danach gab es nochmals einen Austausch von der Kranhalle ins Hansa 39 und als die Uhr 21:50 anzeigte, stand die Band von The Dø endlich auf der Bühne.
Wenige Sekunden später folgte Sängerin Olivia B Merilahti und mit ‘ Gonna Be Sick ‘ sah das Publikum nicht nur eine enthusiastische Sängerin, sondern hörte auch eine gut abgestimmte Mischung aus alten Hits und neuem Material in Form der zweiten Platte ‘ Both Ways Open Jaws ‘. Es wurde zudem nach dem ersten Stück sichtlich warm, denn Schlagzeuger Pierre Belleville verabschiedete sich von seinem T-Shirt, während Dan Levy zum Saxophon griff und sein Solo zum Besten gab. Es war für The Dø bereits das zweite Mal in München und auch Ihnen durfte wohl nicht entgangen sein, dass besonders die Songs von ‘ A Mouthful ‘ stürmisch beklatscht wurden, während es für die Stücke aus dem zweiten Album mehr ein höfflicher Applaus war.
Doch stören wollte es das finnische und französische Duo überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil: ihre neuen Stück wurden teilweise erweitert, verändert und besonders ‘ Too Insistent ‘ polterte durch einen fulminanten Schlussakt. Ein wenig enttäuschend war aus meiner Sicht das zügig heraneilende Ende nach dem vorerst letzten und zehnten Stück ‘ Aha ‘ aus ‘ A Mouthful ‘. Die Mischung aus alt und neu gestaltete sich bis hierhin 4:6 und glücklicherweise sollte es noch nicht das endgültige Aus gewesen sein. The Dø gaben drei Zugaben und verwandelten in den letzten Minuten das Stück ‘ Dust It Off ‘ zu einem elektronischen Tanzflächen-Räumer der Extraklasse. Ohne Frage sehr beeindruckend war der stilistische und spannungsvolle Wandel von dem doch etwas sanften Song zu den wummernden Beats und ausbrechenden Synthies. Ein brillanter Abschluss.
The Dø produzierten schlussendlich aus Ihrem kurzen Auftritt die maximale Leistung, wechselten ein Dutzend Mal die Gitarren und verbauten Unmengen an Instrumenten inklusive eines leuchtenden Megaphons mit akustischer Steuerung. Ein schöner Abend ging viel zu schnell dem Ende entgegen – auch weil sich die Band Ihren Tourstart in Deutschland mit der verbundenen Freude darüber sichtlich anmerken ließ.