Kritik: Spring Leads You Home Tonight – ‘ Letters Of The Lost ‘ (VÖ: 25.05.2012)

am 30.04.2012 in Kritiken


Spring Leads You Home Tonight
Letters Of The Lost

 

VÖ: 25. Mai 2012
Label: Popup (Cargo Records)
Titel: 10
Spieldauer: 50:36

 

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Ich Wechsel ja leider automatisch in den Skepsis-Modus, wenn ein Album mit Musik aus Deutschland vor mir liegt. Und dann kommen die Herrschaften von Spring Leads You Home Tonight auch noch aus Hamburg. Die dazugehörige Abwink-Geste hatte ich allerdings schon vor ein paar Wochen aus der Warteschlange entfernt, denn Sebastian, Benni, Tilman, Chris, Chris, Arne, Robin und Alison sind alles andere als ein klassisches und langweiliges Klischee aus Hamburg. Diese Gruppe umschmeichelte meine Ohren mit unwiderstehlichem Einfallsreichtum, so dass die eigene Vorurteilsfabrik relativ rasant einstürzen musste. Und ‘ Footprints ‘ eröffnet dabei ganz schön mutig.

 

Reduziert auf einen leisen, fast noch schüchternen Gesang, gesellen sich kurz darauf sanfte Geigen-Arrangements hinzu, bevor nach zwei Minuten die großen Emotionen hemmungslos um sich greifen, das Suchen, Zelebrieren, Ahnen und Sehnen thematisieren und dabei überhaupt nicht mehr schüchtern wirken. Ebenso eindrucksvoll gestaltet sich die zweite Nummer ‘ Letters ‘ und zeigt hier den äußerst wertvollen Joker der Spring Leads You Home Tonight: unglaublich gute Spannungsbögen. Der Song fesselt von Anfang bis Ende, nimmt beständig an Geschwindigkeit auf und verzichtet geschickt auf hektische Aktionen zur Aufrechterhaltung der Spannung. Die Melodien gleiten und überrascht wirkt der Hörer beim Stück ‘ Self-made Sky ‘, wenn nämlich gar nichts passiert.

 

Der Song rauscht beschwingt durch die Strophen, während die Geigen leise aus dem Hintergrund agieren. Manchmal ähneln sich die Stücke allerdings auch zu sehr, wie zum Beispiel ‘ End Of The Sea ‘ und ‘ Simple ‘. Beide erzwingen den tosenden Donnerschlag kurz vor Ende, doch insgesamt stimmt die Mischung und mit ‘ Loss Division ‘ schütteln Spring Leads You Home Tonight noch eine unüberspürbare Tanzbarkeit aus dem Ärmel. ‘ Letters Of The Lost ‘ ist manchmal ausufernd, manchmal sehr direkt und oftmals durch große Emotionen geprägt. Sicherlich eines der Alben aus Deutschland, die am Ende sehr weit oben stehen werden.

 

 

 



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