Januar 19, 2014

Kritik: Brendan Benson – ‘ You Were Right ‘ (VÖ: 17.01.2014)

10_YouWereRight_picboxBrendan Benson
You Were Right

 

VÖ: 17. Januar 2014
Label: Lojinx (Alive)
Titel: 15
Spieldauer: 46:29

 

Das 42-jährige Mitglied von The Raconteurs ist mit einem Satz angenehm sperriger und ländlicher Rock-Songs zurück. Brendan Benson veröffentlicht mit ‘ You Were Right ‘ schon sein fünftes Solo-Studio-Album und auch wenn er nur gemeinsam mit Jack White seine bisher größten kommerziellen Erfolge feiern konnte, so spiegelt sich sein Talent doch nirgendwo so stark wieder, als auf seinen individuellen Alben. Der Multi-Instrumentalist präsentiert uns auch deshalb erneut seine fruchtbare Ernte aus den letzten Monaten, eine lebendige und emphatische Pop-Sammlung, geparrt mit der unverholenen Begeisterung für den eigenen Sound. Das eröffnende Stück ‘ It’s Your Choice ‘ beginnt als Mid-Tempo Nummer, übergibt an das kantige ‘ Rejuvenate Me ‘ und nach ein paar eher gediegenen Songs, befinden wir uns dann mit ‘ Long Term Goal ‘ plötzlich in einem wunderschönen Retro-Glam-Szenario und wandern im Anschluss weiter durch ein äußerst eingängiges ‘ I’ll Never Tell ‘, vorbei an den Beatles-ähnliches Melodien in ‘ Swimming ‘ – hinzu dem spektralen Akustik-Stück ‘ New Words of Wisdom ‘.

 

Was dem Album dabei leider fehlt, ist der Zusammenhang unter den einzelnen Tracks. Sie wirken unzusammenhängend und isoliert. Aber das hat wohl auch seinen besonderen Grund, denn der kühne Troubadour hat so manche Songs sporadisch während dem gesamten letzten Jahr als Teil seiner Single-Serie veröffentlicht. Sie spiegeln also nicht tatsächlich den eigentlich Sinn eines Albums wieder, dafür bietet Brendan Benson wiederum eine erfolgreiche Radio-Rock-Platte für 2014 – da ‘ You Were Right ‘ so ziemlich alle Kriterien dafür erfüllen dürfte. Aufgenommen wurde das fünfte Solo-Studio-Album in den eigenen Readymade Studios in Nashville und durchschreitet im Mittelteil seine Höhepunkte. ‘ Swallow You Whole ‘ tänzelt lässig auf den Tasten des Klaviers eine muntere Melodie, ‘ She’s Trying To Poison Me ‘ stellt dominierende Trompeten in Position und ‘ Swallow You Whole ‘ sorgt dann endlich auch für kreisende und ausladende Hüftbewegungen. ‘ The Fritz ‘ wird daraufhin von einer ungemein gemütlichen Trägheit umspült und mit dem Gitarren-lastigen ‘ Red White And Blues ‘ ist nach fünfzehn Track das wohlverdiente Ende erreicht.

 

Wenn man gerade fest verwurzelt in seinem Sessel hockt, dann wird einem ‘ You Were Right ‘ sicherlich nicht davon losreißen können. Dafür fehlt der Platte der bereits angesprochene Zusammenhalt. Doch die zu gleichen Teilen stampfenden und schleichenden Songs beweisen Durchhaltevermögen und zeigen zugleich das Potential (auch ohne das zutun mit den Raconteurs) die großen Hallen für sich zu erobern.

 

 

 

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