am 20.05.2013 in Kritiken
Daft Punk
Random Access Memories
VÖ: 17. Mai 2013
Label: Smi Col (Sony Music)
Titel: 13
Spieldauer: 1:14:31
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Seit jeher sind Fragen, die uns zum Thema Zukunft und künstliche Intelligenz einfallen, entweder sehr komplex oder sehr wirr, bestenfalls auch beides. Da hätten wir: “Dream androids of electric sheep?” (Dick) oder “Are Friends Electric?” (Numan) und natürlich “The ultimate question of life, the universe and everything“ (Adams). Na gut, die Antwort auf letzteres ist soweit klar – 42, für den Rest steht sie allerdings noch aus. Weitaus einfacher sollte aber zu klären sein, ob Roboter denn eigentlich tanzen können. Selbstverständlich können sie, Kraftwerk haben diesen Beweis schon in den Siebzigern auf geniale Weise erbracht. Was bei der Sache damals allerdings gröbstens vernachlässigt wurde, war der Spaß an der Sache. Und hier nun kommen Guillaume Emmanuel de Homem-Christo und Thomas Bangalter ins Spiel. Denn wenn ein Roboter Wert auf intelligente (vorausgesetzt) und zugleich lässig/coole (empfohlen) Tanzmusik legt, dann landet er seit 1993 unweigerlich bei Daft Punk, dem nicht minder genialen Projekt der beiden Franzosen. Und – noch einmal ein kräftiges “Ja!” – die Maschinen können sich gemeinsam mit uns Menschen freuen, denn die neue Daft Punk ist genau für sie wie für uns: The Soundtrack of our digital live.
am 20.05.2013 in Kritiken
The National
Trouble Will Find Me
VÖ: 17. Mai 2013
Label: 4ad/Beggars Group (Indigo)
Titel: 13
Spieldauer: 55:03
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Matt Berninger ist kein einfacher Mensch. Und er ist ganz sicher nicht das, was einem zwingend zur Spezies Rockstar einfällt. Gerade erst eröffnete „Mistaken For Strangers“ das New Yorker Tribeca Film Festival, eine Livedokumentation seines jüngeren Bruder Tom, der sich für die Dauer einer Konzerttournee von The National als Newbie unter die Roadies mischte und fortan die Kamera gnadenlos auf alles draufhielt, was ihm berichtenswert schien. Kurz: Tom meets Matt und Matt hatte nicht selten die Nase gestrichen voll davon. Neben all den stimmungsvollen Bühnenbildern flogen so auch mal Gegenstände durch die Leinwanddiagonale, Geschrei, Kopfschütteln, Bilder mit Wahnwitz und Ironie, der ganze Irrsinn eben. In einer Einstellung lässt sich der Bandleader geduldig mit weiblichen Fans in der Öffentlichkeit ablichten – quietschbuntes, aufgekratztes Gekicher und Getuschel im Großstadtrummel, mittendrin der schwarzgewandete, stoisch dreinblickende, sonnenbebrillte Berninger, der hier nur das tut, was er muß, und nicht das, was er mag.
am 19.05.2013 in Kritiken
Sportfreunde Stiller
New York, Rio, Rosenheim
VÖ: 24. Mai 2013
Label: Vertigo Berlin (Universal)
Titel: 12
Spieldauer: 39:13
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Meine damalige Arbeitskollegin war ein großer Anhänger der Sportfreunde Stiller und bekam zum Ende Ihrer Ausbildung und nach dem Bestehen Ihrer Abschlussprüfung von uns zwei Karten für das Konzert in München überreicht. Es muss auch schon wieder knappe zehn Jahre her sein. Damals zählte ich mich nicht zu den Anhängern von Peter Brugger, Florian Weber und Rüdiger Linhof, den sowieso nur alle “Rüde” nennen. Meine Begeisterung zu den Sportfreunden entdeckte ich erst im Jahr 2007 zur Veröffentlichung Ihres vierten Albums ‘ La Bum ‘. Es lag aber nicht an den Songs auf der Platte, sondern vielmehr an der sympathischen Art und Weise der Münchner, sich einfach irgendwo in der Stadt aufzustellen und zu spielen. Jeden Tag woanders und jeden Tag steigerte es meine Zuneigung. Das alles passierte im Vorfeld des Releases und man musste sich entscheiden: für Oktoberfest und Spaßvergnügen, das Schunkeln mit den Massen, oder für die Gegenseite, dort wo sich Spielverderber und humorlose Besserwisser in der Langeweile übertrumpften.
am 17.05.2013 in Kritiken
Crystal Fighters
Cave Rave
VÖ: 24. Mai 2013
Label: Pias/Different Recordings (rough trade)
Titel: 10
Spieldauer: 37:44
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Die Aufregung und leichte Ungeduld der Crystal Fighters ist seit den letzten Wochen deutlich spürbar. Sebastian Pringle, Gilbert Vierich, Graham Dickson, Mimi Borrelli, Laure Stockley, Andrea Marongiu und Eleanor Fletcher können die Veröffentlichung nicht mehr erwarten, beschenkten uns deshalb in regelmäßigen Abständen mit neuen Tracks, Remixen und beglückten uns Anfang der Woche mit einem ersten Album-Prelisting auf YouTube (ausgenommen wir Deutschen) und einer anschließenden Nachreichung über SoundCloud (danke Ihr Crystal Fighters!) und jetzt, am heutigen Tage, folgte die Album-Premiere zu ‘ Cave Rave ‘ bei Muzu.tv und die darin enthaltende Spielfreude zwischen offenherziger Weitsicht und manischer Tanzbarkeit konnte niemand hier im Raum umgehen. Die Britisch-Spanische Band eröffnet Ihr zweites Album mit dem Stück ‘ Wave ‘ und erzählen darin über das Leben auf Erden, suchen unseren kollektiven Platz im Universum und glauben an weitere physische Welten abseits der uns bekannten Planeten.
am 17.05.2013 in Kritiken, Platten der Woche
Peace
In Love
VÖ: 17. Mai 2013
Label: Smi Col (Sony Music)
Titel: 14
Spieldauer: 53:27
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Im September 2013 veröffentlichte die Band aus Birmingham ihre Debüt EP ‘ Delicious ‘ über deadly people recordings (o.children) und stürzten sich direkt im eröffnenden stück ‘ Ocean’ s Eye ‘ in eine äußerst ausgelassene zwei-Minuten-Blues-Rock-Prahlerei. Der Opener ‘ Higher Than The Sun ‘ zum jetzigen Debüt Album ‘ In Love ‘ gestaltet sich dabei wesentlich gereifter und erinnert irgendwie ein bisschen an ‘ Tomorrow Never Knows ‘ von den Beatles. Wirbelnde Gitarren und eine romantische Nostalgie begleiten träumerische Gefühle zwischen singenden Chören und wogenden Hakenschlägen. Zugleich setzt ‘ Higher Than The Sun ‘ einen hohen Standard und zeigt uns eine allgemeine Zusammenfassung über die restlichen Songs. ‘ California Daze ‘ und ‘ Bloodshake ‘ bilden dabei am Ende von ‘ In Love ‘ einen Rückblick zur EP und besonders letztgenanntes wollte uns damals noch mit seinen deutlichen Parallelen zu den Foals in die Irre führen. Zwar bleiben die Anleihen bestehen, wie beispielsweise ‘ Wraith ‘ deutlich erkennen lässt, aber eine Tendenz ist hier weit und breit nicht aufzuspüren.
am 14.05.2013 in Kritiken
Shannon and the Clams
Dreams in the Rat House
VÖ: 24. Mai 2013
Label: Hardly Art (Cargo Records)
Titel: 12
Spieldauer: 40:28
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Das Debütalbum von Shannon and the Clams beißt einem kräftig mit seinen Doo-Wop, R’n'B, Surf und Rockabilly Einflüssen in den Arsch. In Sachen Sixties-Coolness hat diese Band so einiges zu bieten und ruft zugleich alle Hobos, Twisters, Freaks und Geeks an die eigene Seite. Kratzt euch die Körner aus den Augen und starrt auf den ungeschmiergelten Rock ‘n’ Roll von Shannon and the Clams. Rock ‘n’ Roll in all seiner knorrigen und verdrehten Herrlichkeit. Er wird euch einfangen, direkt mit dem ersten musikalische Takt. In ‘ Hey Willy ‘ schröpfen uns die quietschfidelen Gitarren mit Ihren mörderischen Dringlichkeiten das Blut aus den Hüften, während das zweite Stück ‘ Rip Van Winkle ‘ endgültig die Musik der 1950er Jahre mit all dem Leid und Schulhof-Scharmützeln abstreift und weit über diese oberflächlichen Themen ins Surreale und absurde abtriftet. Es macht einfach nur Spaß der wunderbaren Rock ‘n’ Roll Herrschaft zu dienen und das am Liebsten für die Ewigkeit.