am 21.03.2013 in Kritiken, Platten der Woche
Parov Stelar Trio
The Invisible Girl
VÖ: 22. März 2013
Label: Daily Records (Soulfood)
Titel: 09
Spielzeit: 38:59
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“The Art of sampling“, so beschreibt Parov Stelar seine Musik. Elektronische Perfektion mit genreübergreifenden Einflüssen, die bevorzugt im Jazz liegen. Man kennt es aus den unzähligen Veröffentlichungen der letzten Jahre. ‘ The Princess ‘ war das letzte Album von Parov Stelar und während in der Gesamtheit darin feinfühlige, aufwändig komponierte Songs zu finden waren, so hat er sich für ‘ The Invisible Girl ‘ vom Gefühl und der Euphorie seiner Tourneen inspirieren lassen und diese Energie ist nun als merklich greifbare Materie in seine Aufnahmen eingeflossen. Innerhalb einer intensiven Studio-Woche wurden die Instrumentierungen eingespielt und in nächtelangen Produktions-Sessions fand dann die nötige Feinarbeit statt. Den ersten hörbaren Eindruck bietet uns das Stück ‘ La Calatrava ‘ und darin entführt uns Parov Stelar in ein weitläufiges und faszinierendes Gleichnis, welches unheimlich impulsiv und mit sanftem Nachdruck die elektronische Zauberei feierlich eröffnet.
am 20.03.2013 in Kritiken
Night Works
Urban Heat Island
VÖ: 22. März 2013
Label: Cooperative Music (Universal)
Titel: 11
Spieldauer: 44:24
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Die Musik von Night Works bewegt sich im Bereich R&B und in Teilen auch im atmophärischen Electro-Pop. An sich eine bekömmliche Mischung, deren innerliche Verdauung bereits vor den Ohren beginnt und als sanfte Kost in kultureller Ausgeglichenheit weiter in die Gehörgänge wandert. ‘ Urban Heat Island ‘ bietet zwar in den ersten Songs sanfte Schwierigkeiten, die Gewöhnung an die scheinbar unspektakulären und kaum wandelbaren Melodien ermüden, doch spätestens mit dem dritten Stück ‘ Lifeline ‘ ist Gabriel Stebbing in seinem Element und zerschneidet mit den Synthies die pechschwarze Nacht. Groteske Eingängigkeit, die mit kleinen Füßen auf der Tanzfläche tippelt und zu einem gleichmäßigen Takt in das nächste Stück ‘ Nathaniel ‘ hüpft. ‘ I Tried So Hard ‘ ist dann allerdings neben seinem wundervoll simplen Refrain, “I tried so hard not to lose it/ I tried so hard not to care”, zugleich ein schrecklich zerbrechliches Stück, welches mit dem traurig geloopten Klavier mehr als nur einsturzgefährdet erscheint.
am 19.03.2013 in Kritiken
Deptford Goth
Life After Defo
VÖ: 22. März 2013
Label: Cooperative Music (Merok Records)
Titel: 11
Spieldauer: 43:02
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Daniel Woolhouse beschreibt seine Musik als, “sitting somewhere between real and synthetic,” und doch entgeht einem als Hörer die emtionale Wirkung nicht. Erfüllt von einer intimen, intensiven Sehnsucht, versponnen mit nahtlos gewebten Synthesizern, Beats und der verträumten und traurigen Stimme, offenbart uns Deptford Goth ein erstaunliches Debüt und zeigt uns bereits im gleichnamigen Titelstück eine wundervoll ätherische Einstieg mit gelegentlichen Trommelschlägen, hinzukommenden Synthesizern und Gospel-infundierten “Ohs”. Es ist ein unheilvoller Beginn, der durch seine minimalen Verschiebungen im Klang scheinbar lautlos an das zweite Stück ‘ Bronze Age ‘ übergibt. Und dieses erwacht plötzlich in seinem weiteren Verlauf und aus der schlanken Spärlichkeit wird ein Hauch bombastischer 80er Jahre Pop in die Lüfte entsendet, der durch die Zurückhaltung an den vorausgegangenen Stellen äußerst elegant wirkt.
am 16.03.2013 in Kritiken
Stereoface
Face It
VÖ: 22. März 2013
Label: Moerdermusic (rough trade)
Titel: 13
Spieldauer: 50:10
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Ich liebe solche Platten. Man ist direkt mit den ersten Gitarren-Riffs voll im Geschehen und zugleich wecken Stereoface damit kompromisslose Begehrlichkeit und Vertrautheit. “distress all over the circus crew/ disgrace all over their face/ the less you ponder the better you/ move up and over: in time and space“, erklingen die ersten Zeilen aus dem eröffnenden Stück ‘ Distress ‘ und scheinen der perfekte Einstieg in den Rest der zweiten Platte von Stereolab. Der Sound Ihrer Gitarren bringt Kasabian, Oasis oder die Stereophonics ins Spiel, Ihre psychedelische Note ein bisschen The Rapture. Stereoface haben in jedem Fall das Zeug dazu auch in diesem Jahr dieTanzflure klarzumachen. Stereoface sorgen sich auch nicht um Kleinigkeiten. Ihr Sound sucht die großen Hallen auf, Ihre hochgezwiebelten Postpunkriffs sorgen dagegen für die nötige Bodenhaftung und kommen dabei zu einer überraschenden Erkenntnis: “pray for you – don’t pray for me!/ heaven’s not the place to be”.
am 15.03.2013 in Kritiken
Idiomatic
New Terrain
VÖ: 22. März 2013
Label: Exogenic Music (Cargo Records)
Titel: 11
Spieldauer: 40:53
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Was erwartet uns auf dem neuen Album ‘ New Terrain ‘ von Idiomatic? Im Grunde erwartet uns eine ziemlich üppige Fauna verschiedenster Genres – angefangen über das zurückhaltende und zierliche Eröffnungsstück ‘ Body And Soul ‘ mit ähnlichen Strukturen wie Mumford & Sons es bei jedem zweiten Song verwenden. Ein ruhiger Aufbau und ein plötzlicher Auftrieb, in dem die Arrangements übermütig durch die Rhythmen purzeln und auch Idiomatic spazieren währenddessen kurzzeitig in den Folk-Rock hinüber. Das gleichnamige Titelstück ist dann der erste Höhepunkt mit wohligen Pianoakkorden und ein potentieller Anwärter für unzählige traumwandlerische Tänze in schlaflosen Nächten. ‘ You Are Not The Sun ‘ ist ein bisschen 80er Jahre Pop, jedoch vergleichsweise flach in der Instrumentierung und zu überzogen mit seinen hymnischen Chören im Hintergrund.
am 15.03.2013 in Kritiken
Saalschutz
Nichtsnutz / Singen Tanzen Ecken Kanten
VÖ: 15. März 2013
Label: Audiolith (Broken Silence)
Titel: 13
Spieldauer: 39:30
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Haben wir da was verpasst? Ist der feiste Herr Baumann oder DJ Bobo, wie man ihn sonst liebevoll nennt, mit seinem Chiwawa doch subversiver als man bisher angenommen hatte? Oder was hat unsere beiden „Ravepunkflaschen“ (Selbstbezichtigung/“Der Star“) aus Zürich geritten, den Mann um ein Intro für’s aktuelle Album zu bitten? Mit Schenkelklopferhumor hat man MT Dancefloor und DJ Flumroc ja bisher nicht in Verbindung gebracht, bei der schwiizerdütschen Sympathieadresse muß man aber schon arg an sich halten, um nicht laut loszubrüllen – was für ein Einstieg! Weitere derartige Überraschungen sind, soviel vorweg, vom Rest der Platte aber nicht zu erwarten, hier tun Saalschutz, „was Saalschutz tun muss“, um ein weiteres Zitat zu bemühen.