am 04.05.2013 in Kritiken
The Neighbourhood
I Love You
VÖ: 26. April 2013
Label: Columbia (Sony Music Switzerland)
Titel: 11
Spieldauer: 55:25
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“all i am is a man/ i want the world in my hands/ i hate the beach, but i stand in california with my toes in the sand.” So die Textzeilen aus dem Stück ‘ Sweater Weather ‘ und dementsprechend düster fiel auch der dazugehörige Videoclip aus. The Neighbourhood sind eine Band mit fünf Mitgliedern, sie schätzen farblose Umgebungen und mysteriöse Verstecke um nicht erkannt zu werden. Musikfans und Presse waren Anfang 2012 verwirrt, die Gruppe hatte dabei sicherlich Ihren verdienten Spaß. Ein Jahr später ist das Debütalbum ‘ I Love You ‘ fertig und auch so manche Informationen über The Neighbourhood sind währenddessen in die öffentliche Wahrnehmung gerutscht. Kopf der Band ist der 21-jährige Sänger Jesse Rutherford, der zuvor bereits in einige Genres wie z.B. HipHop Erfahrungen sammeln konnte. Die Debüt-EP ‘ Female Robbery ‘ wurde von Justyn Pilbrow produziert und Ende vergangenen Jahres aufgenommen.
am 04.05.2013 in Kritiken
She & Him
Vol.3
VÖ: 10. Mai 2013
Label: Domino Records (Goodtogo)
Titel: 14
Spieldauer: 42:34
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Ich warte irgendwie noch immer darauf, dass sich mein Vorurteil bestätigt, singende Schauspielerinnen würden lediglich damit ein Hobby ausleben und einen erträglichen Nebenverdienst suchen. Diese bösen Vorurteile. “Who’s that girl?’ – ‚It is Jess’ tönt gerade eben der Einspieler zur Serie „New Girl“ aus den Lautsprechern und darin zu sehen ist eben die genannte Schauspielerin, die das erste Mal mit ihrer Karaoke-Version von ‘ Here Comes Your Man ‘ von den Pixies die Aufmerksamkeit als Sängerin auf sich ziehen konnte. Zooey Deschanel, die Ex-Frau von Death Cab For Cutie-Sänger Ben Gibbard, produzierte in den letzten Jahren mit ihrer Band She & Him zwei herausragende Langspieler und nicht zu vergessen sei auch “A Very She & Him Christmas” mit weihnachtsfestlichen Melodien. Kein Kitsch – nur ehrliche Interpretationen neu vertonter Weihnachtslieder. Eigentlich auch so etwas, dass man meist nur einmal im Leben zu hören bekommt.
am 03.05.2013 in Kritiken
Newton
Newton
VÖ: 03. Mai 2013
Label: Sonic Angel (Cargo Records)
Titel: 10
Spieldauer: 38:15
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Im ersten Song ‘ The Me To Your Hosue ‘ werden Synthesizer Grüße an die White Lies gesendet, ab dem zweiten Stück ‘ Burning Matches ‘ tingeln Newton irgendwo zwischen The National und den frühen Simple Minds herum und hinterlassen deutliche Abdrücke, die keineswegs als einfache Kopie durchgehen würden. Newton folgen diesen Schritten, setzen jedoch geziehlt neue Fährten und begeistern besonders durch Ihre euphorisierenden Melodien und den direkt erkennbaren Strukturen. Unwiderrufliches Hitpotential folgt dann mit ‘ Kiss And Tell ‘ und das auch nicht zuletzt durch die kristallklare Produktion. Ein Dank an Mr. Frank Arkwright (The Smiths, Coldplay, Arcade Fire) Dieses Merkmal darf auf die gesamte Platte angewandt werden und verwöhnt damit die eigenen Ohren durch den allseits satten und kräftigen Sound. Wenn man dagegen lieber Kritik loswerden möchte, dann wäre diese wohl bei den manchmal kitschigen Abgleitungen gut aufgehoben.
am 03.05.2013 in Kritiken
Cayucas
Bigfoot
VÖ: 03. Mai 2013
Label: Secretly Canad (Cargo Records)
Titel: 08
Spieldauer: 30:58
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Das eröffnende Titelstück ‘ Cayucos ‘ aus dem Debütalbum von Cayucas – dahinter steckt hauptsächlich Zach Yudin aus Kalifornien – ist ein wundervolles Stück voller tropischer Wärme, lockeren Konversationen, schrillen Melodien und luftigen Schlägen zu stets herrlich hallenden Gesängen. Die Band aus dem warmen Kalifornien hat den Sommer quasi schon jetzt auf Platte gebannt und zusammen mit den Herrschaften von Cayucas radeln wir dann an unser Ziel: Strand, Wellen und Meer. Wer möchte darf dazu auch sehr gerne ein Standparty schmeißen. ‘ High School Lover ‘ ist ein phänomenales Beispiel dafür, wie spielerisch einfache Melodien und ansteckende, sich wiederholende Basslinien der schnörkellosen Seite der Popmusik eine anspruchsvolle Note abgewinnen können. Zwar hackt es dann in ‘ Will “The Trill” ‘ ein bisschen am Tiefgang, doch die angenehme Instrumentierung darüber ist keinesfalls von minderer Qualität.
am 03.05.2013 in Kritiken
Savages
Silence Yourself
VÖ: 03. Mai 2013
Label: Matador/Beggars Group (Indigo)
Titel: 11
Spieldauer: 38:38
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Um ehrlich zu sein, es würde einen kaum wundern, wenn diese vier Mädchen demnächst mit der Gesichtsbemalung nach Art amerikanischer Footballspieler auf die Bühne träten. Sie sind auf Kriegspfad, ihre Statements, ihre Musik, die Attitüde, alle Zeichen auf Sturm gesetzt: „The world is with me and call me for the fight, I am here, I won’t hide.“ Kampfansage, unmissverständlich. Kaum eine Band hat in letzter Zeit mit so großer Ernsthaftigkeit das mediale Wechselspiel der Branche thematisiert wie die Londoner Savages. Foto- und Filmaufnahmen während der Konzerte bitten sie zu unterlassen, ab und an liest man von Fotografen, denen diese Bitte mittels Androhung einer Tracht Prügel auch schon mal weniger höflich nähergebracht worden ist. Das Manifest auf dem Plattencover, auch dieses lässt keinen Zweifel zu, dass den vieren die Übermacht der digitalen Verfügbarkeit, gespeist aus Verharmlosung, Abgestumpftheit und einem diffusen Drang zur ständigen Präsenz, gehörig suspekt ist, dass sie nicht müde werden, dagegen zu wettern und davor zu warnen.
am 02.05.2013 in Kritiken, Platten der Woche
No Joy
Wait to Pleasure
VÖ: 10. Mai 2013
Label: Mexican Summer (Alive)
Titel: 11
Spieldauer: 36:02
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Zwischen lärmenden und Effekt-beladenen Gesängen, wenn sägender Girlgroup-Pop, Shoegaze und der Glanz des New Wave die heulenden Melodien knackig durch den aufschäumenden Whirlpool pressen und wenn sich schimmernde Randerscheinungen plötzlich mit durchdringender Introspektion triumphierend in einem finalen Krachinferno auflösen – dann fühle ich mich zu Hause. Warum? Darauf gibt es keine vernünftige Erklärung. Jasamine White-Gluz, Laura Lloyd und Garland Hastings haben mich jedenfalls mit Ihrer Herangehensweise an das Genre Shoegaze zum richtigen Moment bei den Schultern gepackt und eigentlich scheint es dann auch gar nicht mehr verwunderlich, wenn Laura mit zufriedenen Lächeln im Gesicht feststellt: “We get a lot of the obvious comparisons.” Nach dem zweiten Langspieler der Vivian Girls wurde der Shoegaze wieder uninteressant, doch diese Zeit gehört erstmal der Vergangenheit an.