am 04.04.2013 in Kritiken, Platten der Woche
Conquering Animal Sound
On Floating Bodies
VÖ: 12. April 2013
Label: Chemikal Underground (rough trade)
Titel: 11
Spieldauer: 45:10
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Knistern im Hintergrund, ein überlagernder Ton, dazu ein sanfter Beat und Geräusche aus dem Synthesizer. Sie fomieren sich und enthüllen kurz darauf eine zauberhafte Stimme. Das eröffnende Stück ‘ Ultimate Heat Death Of The Universe ‘ ist geboren und dazu auch das zweite Album der Pop und Avant-Garde Band Conquering Animal Sound (CAS). Und man kann es nur innständig hoffen, dass es in diesem Jahr mehr Aufmerksamkeit geben wird. Im letzten Jahr mussten Conquering Animal Sound noch in den frühen Morgenstunden auf den Festivals aufteten, während Betrunkene im Schlamm und an den Seiten Ihrer Zeltwände Ihren Rausch ausschliefen oder diese unwissentlich mit Urin besudelten. Weil man saufen nicht daheim kann. Sicherlich war es nur ein Debüt – aber ein Bewusstsein hätte man dafür bereits im Vorfeld kreieren können. Doch das Duo schien dem NME nicht medienwirksam genug. Nun erscheint in diesen Tagen die zweite Platte ‘ On Floating Bodies ‘ von James Scott und Anneke Kampman, die hier erneut die deutliche Individualität Ihres kreativen Schaffens an das Tageslicht kehren und auch weiterhin keine Bemühungen unternehmen, den angepassten Musikmagazinen zu imponieren. Sehr charmant.
am 28.03.2013 in Kritiken, Platten der Woche
Bleached
Ride Your Heart
VÖ: 05. April 2013
Label: Dead Oceans (Cargo Records)
Titel: 12
Spieldauer: 36:59
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Nach dem Zwillingspaar Tegan Rain Quin und Sara Kiersten Quin, den beiden Schwestern Colette und Hannah Thurlow aus London, folgen jetzt Jennifer und Jessie Clavin von Bleached aus Los Angeles. Zuvor spielten sie in der Punk-Band Mika Miko und nach dieser Zeit ging Jennifer nach New York, spielte in anderen Bands und ging auf Tour, ähnlich erging es Jessie in Los Angeles. Doch sie fanden wieder zusammen und nahmen als Bleached ihre erst 7“ auf. “Es war verrückt für mich in einer Band von jemand anders zu sein“, sagt Jennifer. “Wir sind sehr stolz und glücklich uns nun wieder zusammen auf unsere eigene Musik fokussieren zu können.” Auf Ihrem Debüt hören wir nun sommerlichen 60s Girl-Group Pop in müheloser Lässigkeit. Ihr Stil lässt Gedanken an die Dum Dum Girls, Wavves oder Best Coast aufkeimen, wenngleich Bleached besonderen Wert auf pulsierende Direktheit und reduzierte Akkorde legen. Man darf also keine übermäßige Abwechslung erwarten, dafür dichtgedrängte und ästhetisch aufgereihte Neuinterpretationen über Liebe und Verluste aus der 60/70er Jahre Punk-Ära.
am 21.03.2013 in Kritiken, Platten der Woche
Parov Stelar Trio
The Invisible Girl
VÖ: 22. März 2013
Label: Daily Records (Soulfood)
Titel: 09
Spielzeit: 38:59
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“The Art of sampling“, so beschreibt Parov Stelar seine Musik. Elektronische Perfektion mit genreübergreifenden Einflüssen, die bevorzugt im Jazz liegen. Man kennt es aus den unzähligen Veröffentlichungen der letzten Jahre. ‘ The Princess ‘ war das letzte Album von Parov Stelar und während in der Gesamtheit darin feinfühlige, aufwändig komponierte Songs zu finden waren, so hat er sich für ‘ The Invisible Girl ‘ vom Gefühl und der Euphorie seiner Tourneen inspirieren lassen und diese Energie ist nun als merklich greifbare Materie in seine Aufnahmen eingeflossen. Innerhalb einer intensiven Studio-Woche wurden die Instrumentierungen eingespielt und in nächtelangen Produktions-Sessions fand dann die nötige Feinarbeit statt. Den ersten hörbaren Eindruck bietet uns das Stück ‘ La Calatrava ‘ und darin entführt uns Parov Stelar in ein weitläufiges und faszinierendes Gleichnis, welches unheimlich impulsiv und mit sanftem Nachdruck die elektronische Zauberei feierlich eröffnet.
am 14.03.2013 in Kritiken, Platten der Woche
Team Ghost
Rituals
VÖ: 15. März 2013
Label: Wsphere (Indigo)
Titel: 12
Spieldauer: 43:53
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Na klar: nach Ihren beiden erfolgreichen Extended Plays aus dem Jahr 2010 hatte man große Erwartungen an das Debütalbum von Team Ghost. Die fünfköpfige Band aus Paris, gegründet vom ex-M83 Mitglied Nicholas Fromageau und Christophe Guerin, beschert uns mit ‘ Rituals ‘ eine gewachsene Rhythmus-Sektion um verrückte Synth-Enthusiasten und Produzent Benoît de Villeneuve, die den ursprünglichen Sound von Team Ghost in jeder Hinsicht mit den geschichteten Gitarren, fusselnden Shoegaze-Texturen und den pulsierenden Synthlinien bereichern. Aber in erster Linie bleiben die Herrschaften eine Rockband mit dem speziellen Gefühl für aufragende Refrains, schimmernde Melodien und virtuose Gitarrenspiele. Nach dem schönen atmosphärischen Einstieg erwartet uns dann in dem gleichnamigen Titelstück messerschafer Indie-Rock unter Beisetzung einprägsamer Synth-Texturen, sirenenartigen Gitarren, nervösen Synths und zugleich erinnert das aufgefahrene Spektakel an Tangerine Dream, Brian Eno oder Sonic Youth.
am 07.03.2013 in Kritiken, Platten der Woche
Intergalactic Lovers
Greetings & Salutations
VÖ: 15. März 2013
Label: Grand Hotel Van Cleef (Indigo)
Titel: 12
Spieldauer: 49:19
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Eine Suspension aus Sand in Wasser: unter Druckeinfluss verhält sich das Debüt-Album ‘ Greetings & Salutations ‘ der Intergalactic Lovers wie Treibsand in unseren Gehörgängen. Der rasche Abfluss Ihrer Melodien umlagert unverkittete Körner und fügt sich nach Abpressung der melancholischen Ohrwürmer wieder zusammen – die Songs ineinander greifen und diesen einen Punkt erreichen, was zwar schon einigen, aber immer noch zu wenigen Musikfreunden bekannt ist: die Intergalactic Lovers sind eine der wenigen wahren Indie-Helden und fügen sich randlos in die Riege großartiger Künstler aus Belgien ein. dEUS, Soulwax, Das Pop oder Ghinzu sind nur vier Beispiele für das geschickte Händchen unserer westlichen Nachbarn. Das eröffnende Stück ‘ Soul For Hire ‘ ist schlichte und wunderschön beschwingte Gitarren-Pop Musik aus einem verdammten Meisterwerk, welches im weiteren Verlauf das raffinierte Netz aus immer feineren Fäden spinnt und bereits mit dem dritten Stück ‘ Delay ‘ den vorläufigen Höhepunkt erklimmt. Zum dahinschmelzen sind diese schwelgerischen Harmonien, man zerfällt dem Wohlklang des Refrains und staunt über den hemmungslos emotionalen Ausdruck in der Stimme von Sängerin Lara Chedraoui.
am 28.02.2013 in Kritiken, Platten der Woche
Palma Violets
180
VÖ: 22. Februar 2013
Label: Rough Trade/Beggars Group (Indigo)
Titel: 11
Spieldauer: 40:30
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Würde man The Libertines, The Clash und Echo & The Bunnymen in ein Behältnis füllen und danach mit dem Mixer alles fein durchpürieren, es täte ein wunderlich verdrehter Geschmack dabei heraus kommen. Doch vorsicht! Es würde auch Suchtgefahr nach dem ersten Schluck entstehen. ‘ Best Of Friends ‘ der Palma Violets ‘ ist ohne Frage eines der eingängigsten Gitarren-Lieder der letzten Jahre. Der NME machte natürlich daraus gleich, “The best new guitar band in Britain” und ausnahmsweise muss man mit knirschenden Zähnen zustimmen. Die Schwätzer haben ein paar wahre Zeilen in Ihre Klatschzeitung gedruckt – vielleicht war es auch nur dem Zufall geschuldet – doch unabhängig davon bleiben die Palma Violets eine aufregende und nachhaltige Erscheinung. Schon jetzt. Denn Ihre bereits angesprochene Debütsingle ‘ Best Of Friends ‘ klimpert mit einfachsten Lo-Fi Gitarren-Riffs durch einen hämmernden Ramones/ Jesus & The Mary Chain-ähnlichen Sound, während ein Sam Fryer in bester Strummer Manier brüllt: “I wanna be your best friend, I don’t want you to be my girl“