am 10.01.2013 in Kritiken, Platten der Woche
Thao and the Get Down Stay Down
We The Common
VÖ: 01. Februar 2013
Label: Domino Records (Goodtogo)
Titel: 12
Spieldauer: 36:28
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‘ Bag Of Hammers ‘ ist nach vier Jahren noch immer mein funktionierendes Rezept gegen schlechte Laune. Thao With the Get Down Stay Down haben mich damals über viele Monate gefesselt und diesen einen bleibenden Eindruck tief in meinen Gehirnwindungen eingepflanzt. Heute war wieder einer dieser Tage und während also die endlosen Stunden mit hängenden Köpfen Ihre Füße über den Aspahlt schleiften, suchte ich nach meinen verschollenen positiven Gedanken. Fürchte dich nicht vor dem langsamen Vorwärtsgehen, fürchte dich nur vor dem Stehenbleiben. So ein Zitat aus dem alten China und damit war meine Entscheidung gefallen. Das neue Heilmittel gegen die trübsinnigen Gedanken kann nur der neue Song ‘ We The Common (For Valerie Bolden) ‘ aus dem ebenso neuen Album sein. In ihrer Wahlheimat San Francisco sowie in Dallas aufgenommen, hat mich sogleich die rauchige Stimme von Thao Nguyens und deren immer wieder entzückende Unbekümmertheit in den Bann gezogen. Dieser Track ist eine unverwüstliche Pop-Absicht.
am 04.01.2013 in Kritiken, Platten der Woche
Ducktails
The Flower Lane
VÖ: 25. Januar 2013
Label: Domino Records (Goodtogo)
Titel: 10
Spieldauer: 40:23
Die weichen Melodien des Dream-Pops umspülen in den ersten Minuten unsere Gehörgänge, wenn ‘ Ivy Covered House ‘ mit Intimität und atmosphärischen Arrangements an Gitarrenpop-Ikonen wie Aztec Camera und Prefab Sprout erinnern. Bei ‘ The Flower Lane ‘ blickt Matt Mondanile von seinem Bett an die Decke des Schlafzimmers, projiziert dorthin Schichten an prismatischen Gitarren und zaubert nostalgische Räumlichkeiten in gedämpfter Feinabstimmung. Und vielleicht hat es so mancher schon stimmlich bemerkt, Matt Mondanile ist nicht nur Frontmann der Ducktails, sondern auch Gitarrist der Band Real Estate. Nach dem eher am Home-Recording orientierten Setting der vorangegangenen Veröffentlichungen entschied sich Mondanile im Sommer 2012 bei den Aufnahmen zu ‘ The Flower Lane ‘ für eine Studioatmosphäre. Dort kam er mit Tonmann Al Carlson (Peaking Lights, Oneohtrix Point Never) zusammen. Außerdem war noch der halbe illustre Freundeskreis am Start: Daniel Lopatin (Oneohtrix Point Never), Joel Ford (Ford + Lopatin), Madeline Follin (Cults) und Sam Mehran (Outer Limitz), die das Album auf angenehm dezente Weiße beeinflusst haben.
am 29.12.2012 in Kritiken, Platten der Woche
The Libertines
The Libertines
VÖ: 30. August 2004
Label: Rough Trad (Indigo)
Titel: 14
Spieldauer: 42:05
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War das ein Sommer. Im Jahr 2004 erschien das zweite und letzte Album der Libertines und bereits mit der ersten Single ‘ Can’t Stand Me Now ‘ wussten wir – diese Tage werden niemals wieder kommen. “An ending fitting for a start/ You twist and tore our love apart“. Es war der frühzeitige Höhepunkt eines quälend voyeuristischen Hörerlebnisses. Ein “was wäre wenn…”, hat es damals noch nicht gegeben. The Libertines und Franz Ferdinand zählten zu den Anführern der größten britischen Renaissance seit mehr als einem Jahrzehnt. Die Musik der Libertines besteht bis heute aus berauschenden und schmutzigen Hymnen, wie man sie wohl speziell in dieser Form lange nicht mehr erleben wird. Es wäre für heutige Bands sicherlich auch nicht erstrebenswert, diesen Vergleichen stand halten zu müssen. ‘ Last Post On The Bugle ‘ und ‘ The Man Who Would Be King ‘ waren zwei Ausnahmeerscheinungen, wenngleich insbesondere ‘ Last Post On The Bugle ‘ textlich unnötige Hinweise auf den damals überschwelligen Drogenkonsum gab. Kokain, Crack, was auch immer – das selbst betitelte Album war ein Wrack. Mit Absicht oder nicht, die Drogen wurden schlussendlich von den Libertines stets als Grund genannt…
am 22.12.2012 in Kritiken, Platten der Woche
Villagers
{Awayland}
VÖ: 11. Januar 2013
Label: Domino Records (Goodtogo)
Titel: 11
Spieldauer: 42:23
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Wenn ich bereits heute in das neue Jahr blicke, dann nicht aus dem Grund des notorischen Weihnachts-Verweigers, sondern weil ich es eigentlich kaum noch erwarten kann, das neue Album ‘ {Awayland} ‘ von Villagers auf den Plattenteller legen zu dürfen. Denn ist dieses Werk einmal aufgelegt – schießen Glanz, Wut, Schmerz, Licht und Schatten nur so aus ihm heraus. Dabei erzählte Sänger und Songwriter Conor J. O’Brien erst kürzlich im exklusiven Interview mit OhFancy die eigentliche Bedeutung des Titels: “ich wollte ein wort, das eigentlich gar nicht existiert, einen vielleicht etwas kindlichen ausdruck. ich hatte das gefühl, dieser titel passt zum gefühl der musik und zu den themen der songs, die sich mit der zeit langsam, sehr langsam ergaben. ich schrieb ihn auf, und bemerkte, dass er diese art von … wunder und die neugier auf die welt, die man in den songs spürt, gut ausdrückt. und es ist auch irgendwie das gegenteil von „homeland“. Das gefiel mir.”
am 15.12.2012 in Kritiken, Platten der Woche
Poppy Ackroyd
Escapement
VÖ: 14. Dezember 2012
Label: Denovali (Cargo Records)
Titel: 07
Spieldauer: 31:26
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Manchmal passieren diese unvorhergesehenen Zufälle, bei denen zwei Dinge aufeinander stoßen und sogleich perfekt miteinander harmonieren. So geschehen am gestrigen Tag, als ich meinen Heimweg zu Fuß antrat und mir dabei das Debütalbum ‘ Escapement ‘ von Poppy Ackroyd aus London das erste Mal anhörte. Es setzte ein leichter Sprühregen auf meinem Heimweg ein, es herrschte Windstille und ich beobachtete, wie der Regen die letzten Spuren des ersten Wintereinfalls sanft in der Erde entschwinden ließ. Die Dämmerung tat Ihr übriges und gemeinsam mit der zeitgenössischen Klaviermusik von Poppy Ackroyd wurde daraus eine Entdeckungsreise in eine Welt des Sounds, die scheinbar dem Korpus und seinem Innenleben entsprungen sind. Zu hören gab es auf meinem Weg sieben Tracks – eine farbenfrohe Kombination aus Piano-Melodien und Akkorden, sowohl konventionell als auch mit Fingern gezupft und mit Plektren und E-Bow bearbeitet.
am 10.12.2012 in Kritiken, Platten der Woche
Poolside
Pacific Standard Time
VÖ: 30. November 2012
Label: Poolside Sounds (rough trade)
Titel: 16
Spieldauer: 44:56
Man kennt sich: Filip Nikolic und Jeffrey Paradise sind Poolside. Jeffrey Paradise ist zudem gemeinsam mit zwei Mitgliedern von The Rapture auch bei den Calculators aktiv. Und die eigene Musik passt damit ganz gut in die ersten Vorstellungen. Disco, Indie und Pop sind die zentralen Themen, wir selbst sitzen dabei im Schlafzug am frühen Morgen auf dem Balkon (man stelle sich nun den Sommer vor) und trinken Bier in der Sonne. Der Uhrzeit entsprechend sind wir noch ein wenig müde. Die letzte Nacht war verdammt anstrengend. Der Kopf ist hinüber, die Frisur sitzt. Wir blicken hinüber zum Pool, ein paar hübsche Mädels tönen Ihre Körper in ein angenehmes Braun, während wir selbst darüber nachdenken, wie lange wohl diese unbeschwerte Lässigkeit an diesem Tag noch anhalten wird…