am 17.05.2013 in Kritiken, Platten der Woche
Peace
In Love
VÖ: 17. Mai 2013
Label: Smi Col (Sony Music)
Titel: 14
Spieldauer: 53:27
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Im September 2013 veröffentlichte die Band aus Birmingham ihre Debüt EP ‘ Delicious ‘ über deadly people recordings (o.children) und stürzten sich direkt im eröffnenden stück ‘ Ocean’ s Eye ‘ in eine äußerst ausgelassene zwei-Minuten-Blues-Rock-Prahlerei. Der Opener ‘ Higher Than The Sun ‘ zum jetzigen Debüt Album ‘ In Love ‘ gestaltet sich dabei wesentlich gereifter und erinnert irgendwie ein bisschen an ‘ Tomorrow Never Knows ‘ von den Beatles. Wirbelnde Gitarren und eine romantische Nostalgie begleiten träumerische Gefühle zwischen singenden Chören und wogenden Hakenschlägen. Zugleich setzt ‘ Higher Than The Sun ‘ einen hohen Standard und zeigt uns eine allgemeine Zusammenfassung über die restlichen Songs. ‘ California Daze ‘ und ‘ Bloodshake ‘ bilden dabei am Ende von ‘ In Love ‘ einen Rückblick zur EP und besonders letztgenanntes wollte uns damals noch mit seinen deutlichen Parallelen zu den Foals in die Irre führen. Zwar bleiben die Anleihen bestehen, wie beispielsweise ‘ Wraith ‘ deutlich erkennen lässt, aber eine Tendenz ist hier weit und breit nicht aufzuspüren.
am 09.05.2013 in Kritiken, Platten der Woche
Still Corner
Strange Pleasures
VÖ: 10. Mai 2013
Label: Sub Pop (Cargo Records)
Titel: 12
Spieldauer: 44:41
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Synthetisches Wellenrauschen eröffnet die zweite Platte, bevor sich plötzlich akustische Gitarren darüberlegen und ein emotionales wie auch eindringliches Stück vorantreiben, dass mit unerbittlichen Eifer erfrischende Ansichten eines beständig wachsenden musikalischen Projekts offenbaren und zeigen, wie konsequent sich das unheimliche Zwielicht von Still Corner im Stil der 80er Jahre neue Wege bahnt und sich letztlich zusammen mit dem Gesang von Murray unheimlich fesselnd in die Gehörgänge legt. Eine lange Einleitung für eine mittlerweile große und gereifte Band – doch der unwiderstehliche schlanke und stromlinienförmige Stil von Greg Hughes, die treibende Kraft hinter Still Corners, lässt keine kurzen Beschreibungen zu. Wir erleben weitflächig gezuckerte Schichten im teilweise fokussierten Retro-Futurismus (wenngleich nicht mehr so ausgeprägt wie noch auf dem Debüt), gestützt auf Elementen aus Shoegazing und maschinell angetriebenen Rhythmen.
am 02.05.2013 in Kritiken, Platten der Woche
No Joy
Wait to Pleasure
VÖ: 10. Mai 2013
Label: Mexican Summer (Alive)
Titel: 11
Spieldauer: 36:02
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Zwischen lärmenden und Effekt-beladenen Gesängen, wenn sägender Girlgroup-Pop, Shoegaze und der Glanz des New Wave die heulenden Melodien knackig durch den aufschäumenden Whirlpool pressen und wenn sich schimmernde Randerscheinungen plötzlich mit durchdringender Introspektion triumphierend in einem finalen Krachinferno auflösen – dann fühle ich mich zu Hause. Warum? Darauf gibt es keine vernünftige Erklärung. Jasamine White-Gluz, Laura Lloyd und Garland Hastings haben mich jedenfalls mit Ihrer Herangehensweise an das Genre Shoegaze zum richtigen Moment bei den Schultern gepackt und eigentlich scheint es dann auch gar nicht mehr verwunderlich, wenn Laura mit zufriedenen Lächeln im Gesicht feststellt: “We get a lot of the obvious comparisons.” Nach dem zweiten Langspieler der Vivian Girls wurde der Shoegaze wieder uninteressant, doch diese Zeit gehört erstmal der Vergangenheit an.
am 25.04.2013 in Kritiken, Platten der Woche
Sweet Baboo
Ships
VÖ: 26. April 2013
Label: Moshi Moshi (rough trade)
Titel: 11
Spieldauer: 38:36
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“Daniel Johnston has hundreds of great tunes, and I’ve got six”. Die fast schon beschämenden Worte von Sweet Baboo dürfen allerdings als Selbstironie gesehen werden. Denn seine elf Stücke sind charmante, liebenswerte und üppig geschichtete Instrumentierungen in beschwingter Leidenschaft. Der walisische Sänger und Songwriter Stephen Black, wie er im richtigen Leben heißt, begeistert die Ohren zugleich im eröffnenden Stück ‘ If I Died? ‘ mit beseelten countryside-soul und lächelnden pop-melodien. “if I died, would you remember that you left me?”, frägt uns Black zwischen dissonanten Sanftmütigkeiten, klirrenden Gitarren und hoch aufragenden Bläsern. Auch das zweite Stück mit dem überlangen Titel ‘ The Morse Code For Love Is Beep Beep, Beep Beep, The Binary Code Is One One ‘ bringt mit seinen süßen Melodien garantierten Sonnenschein in den noch so langweiligsten Tag.
am 18.04.2013 in Kritiken, Platten der Woche
Alessi’s Ark
The Still Life
VÖ: 19. April 2013
Label: Cooperative Music (Universal)
Titel: 13
Spieldauer: 31:45
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‘ The Still Life ‘ ist ein Werk, so klar wie herzzerreißend schön, eine Klanglandschaft die eine breite Palette an Emotionen durchstreift, mit Natur und Liebe als gemeinsame Themen.”I wanted to create a musical landscape that varied in sound,” so die Worte von Laurent-Marke von Alessi’s Ark. Im kurzen eröffnenden Stück ‘ Tin Smithing ‘ hören wir ineinanderfließende Texte zu einer hüpfenden Kalimba und kurz darauf das träge ‘ Veins Are Blue ‘ mit direkten Blick auf eine gebrochene Beziehung: “I’m doing exactly as I please / Falling but this time not grazing my knees”. Was einem nach den zwei Songs auffällt, ist der etwas distanzierende Schritt zur reinen akustischen Untermalung mit der Gitarre. Auf ‘ The Still Life ‘ tauchen Ihre Songs in unterschiedliche Klangkulissen, flirrende elektronische Beats erwarten uns im dritten Stück ‘ The Rain ‘ und überhaupt scheint es so, als entfaltet sich die neue Platte behutsam aber konsequent zu einer experimentellen und reiferen Instrumentierung.
am 12.04.2013 in Kritiken, Platten der Woche
Simian Mobile Disco
Live
VÖ: 12. April 2013
Label: Delicacies (rough trade)
Titel: 15
Spieldauer: 1:07:17
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“Your love ain’t fair, your loving girl“, erklingt es zur Eröffnung aus dem brandneuen Livealbum von Simian Mobile Disco. Langsame, ominöse Beats rollen dabei unter einer traurigen Seele hindurch, während sich plötzlich der Übergang darauf vorbereitet, das nächste Stück ‘ A Species Out Of Control ‘ als sirenenartiger Sprudel an die Erdoberfläche zu tragen. Simian Mobile Disco zelebrieren förmlich diese ersten Minuten und schenken uns einen intensiven Einblick in die verschwommenen Pfade zwischen neuen und älteren Stücken, die mal als Reworks von zum Beispiel ‘ Cruel Intentions ’, ‘ Hustler ’ und ‘ It’s The Beat ’ um die Ecken huschen, oder als aufregende Mischung aus präziser Elektronik und tanzbaren Rhythmen für nachhaltige Höhepunkte sorgen. Ihr Live-Album wurde übrigens auf der letzten Tour in Philadelphia aufgenommen.