am 28.01.2010 in Kritiken
THE HOT RATS
Turn Ons
Release: 05. Februar 2010
Label: Indigo
Tracks: 11
Spieldauer: 35:57 Min
Biografien von Bands lesen sich am Anfang eigentlich immer gleich – jung, leidenschaftlich, voller Ideale und jeder Menge Idole, damit geht’s dann erst mal in den Probekeller und für die Bühne müssen zunächst eine ganze Latte an Coverversionen herhalten, weil’s mit dem eigenen Material noch nicht so weit her ist. Wenn alles klappt geht die Karriere dann schnell voran und steil bergauf – nur die beklagenswertesten Fälle bleiben das, was sie von Anfang an waren: eine mittelmäßige Coverband. Für diese bleibt dann nur die Studifete oder das Volksfest im alternativen Jugendzentrum. Den umgekehrten Weg sollte eigentlich nur derjenige gehen, der zuvor schon ein paar Erfolge aufzuweisen hatte.
am 28.01.2010 in Kritiken
HOT CHIP
One Life Stand
Release: 29. Januar 2010
Label: EMI Record
Tracks: 10
Spieldauer: 50:03 Min
Einer jeden anderen Band würde solch ein Album wahrscheinlich wahlweise um die Ohren gehauen oder in der Luft zerrissen werden – nicht so bei Hot Chip. Spätestens seit ihrem furiosen ‘ Made In The Dark ‘ aus dem Jahr 2008 sind die Londoner nämlich das, was man gemeinhin als Kritikerlieblinge bezeichnet und als solche können sie auch auf dem aktuellen Album mutmaßlich ohne größeren Ärger alles durch den Referenzwolf drehen, was in den 80ern Rang und Namen hatte. Sie dürfen das auch deshalb, weil sie in der Brange nach wie vor weniger als Band, sondern eher als begnadete Remixer wahrgenommen werden, bei denen die konsequente Verwurstung sämtlicher Stilrichtungen quasi zum Handwerkszeug zählt. Noch dazu machen sie ihre Sache, das läßt sich vorweg schicken, auch auf dem heiß erwarteten ‘ One Life Stand ‘ mehr als großartig, zumal sie klug und geschickt genug sind, sich nicht auf das bloße Plagiat zu beschränken, sondern immer auf kunstvolle Veredelung, Verfeinerung und Verfremdung aus sind.
am 28.01.2010 in Kritiken
THE HOLLOWAYS
So This Is Great Britain?
Release: 05. Februar 2010
Label: Tvt Recordings
Tracks: 13
Spieldauer: 36:47 Min
Hier treffen wir auf eine Band, die nun völlig im Sumpf der englischen Indie Musikszene versunken ist. The Holloways aus dem Norden Englands veröffentlichten bereits im Oktober 2006 Ihre Debütplatte ‘ So This Is Great Britain? ‘ auf dem Label TVT Records, das also nach über drei Jahren endlich den Schritt über den großen Atlantik wagte. Der Sound von den Holloways ist ein raufwütiger Garage Pop mit Anleihen zu den Kooks, Babyshambles, Rifles und zu The Clash. ‘ So This Is Great Britain? ‘ heißt ebenfalls der gleichnamige Opener und bietet zu Anfang einen spielerischen und possierlichen Eindruck über die kommenden Minuten. Texte über die Liebe zum Leben, über die Liebe eines Mädchen und die Liebe zur Musik sind zentrale Angelpunkte mit Untermalungen die manchmal klingen, wie eine Bande prä-pubertärer Jungs in der Schule, die mit Ihren gesamten Leistungen sorglos und locker umgehen. ‘ Re-Invent Myself? ‘ und ‘ Generator ‘ glänzen mit viel Spaß an der Sache, begeistern mit einfachen Harmonien und dem umschweifenden Einsatz von klatschenden Händen. Ein Zusatz der in den letzten Jahren besonders bei den Liveauftritten für großen Anklang sorgen konnte.
am 28.01.2010 in Kritiken
HIM
Screamworks: Love In Theory And Practise, Chapters 1-13
Release: 12. Februar 2010
Label: Warner Records
Tracks: 13
Spieldauer: 45:47 Min
Hat sich am Sound von HIM etwas auf der neuen Platte verändert? Nein eigentlich nicht. Und das ist eigentlich bemerkenswert, blickt man dabei auf die äußeren Umstände. Denn hier hat sich tatsächlich etwas getan. Sänger und Frontmann Ville Valo mit seiner markanten Stimme nimmt angeblich nach eigenen Aussagen keine Drogen mehr zu sich. Und auf den Alkohol hat er dann gleich mit verzichtet. Warum wird man sich jetzt fragen. Natürlich in erster Linie weil durch das viele Blut kotzen ein anständiges Arbeiten einfach nicht mehr möglich ist. Nebenaspekt aber bei weitem nicht so wichtig: Es trägt auch zu einer gesünderen Lebensform bei. Aber nach 19. Jahren Band-bestehen ist das schon mal einen kleinen Applaus wert. Nicht viele Bands können nach dieser Zeit behaupten noch erfolgreiche Platten zu veröffentlichen. Doch Ville Valo scheint äußerlich wie innerlich kein bisschen älter geworden zu sein und so bestimmen auch dieses Mal wieder die düsteren Themen seine schemenhaften Gedanken.
am 27.01.2010 in Kritiken
CLARE & THE REASONS
Arrow
Release: 29. Januar 2010
Label: Indigo
Tracks: 11
Spieldauer: 49:25 Min
Ein süßer Sommertraum huscht über verschneite Landschaften, verwandelt triste und farblose Schwarz-Weiß-Kombinationen in unglaublich bezaubernde Phantasiegebilde. Zudem finden wir spielerischen Zugang zu einem breiten Themenspektrum, abwechslungsreichen Schauplätzen und viel Raum für Interpretationen jeglicher Art. Wo dieses Land der aufgehenden Wunder zu finden ist? Natürlich auf dem zweiten Album ‘ Arrow ‘ von Clare & The Reasons ‘ aus New York. Es fallen schon fast ironische Blicke auf dieses Werk, beachtet man das nervöse und hektische Treiben in dieser Metropole. Denn Clare & The Reasons erinnern an eine Käseglocke. Abgeschirmt von der treibenden Außenwelt, komponieren und musizieren die sieben Bandmitglieder orchestralische Pop Melodien mit Sicht auf die positiven Dinge des Lebens und verzichten dabei vollständig auf die traurige Realität des Krieges, des Drogenmissbrauchs und der Armut.

Hörenswert: Den brandneuen Song ‘ Unashamed Desire ‘ von Missy Higgins im
Konzerte: OhFancy präsentiert die sommerliche August Tournee 2012 von Misteur Valaire
MP3: Der brandneue Song ‘ On My Way ‘ aus der gleichnamigen EP von The
Hörenswert: Den brandneuen Song ‘ If Nothing Lasts Forever ‘ von The
Hörenswert & MP3: Die beiden neuen Songs ‘ Dead Sailor ‘ und ‘
Hörenswert: Die Videoclips zu ‘ Sugar (Live) ‘ und ‘ Easy Undervover
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