Platte der Woche #18: Parov Stelar, The Demon Diaries

Ab seinem Doppelalbum ‚ Coco ‚ aus dem Jahr 2009 ging es für Markus Füreder aka Parov Stelar und seinem Electroswing steil bergauf. ‚ The Princess ‚ folgte drei Jahre später und sollte sein bis dato bestes Album werden. Gemütlicher Groove, entspannte Rhythmen mit teils cineastischen Qualitäten und einem gesunden Maß an Melancholie erzeugten eine äußerst angenehme Grundstimmung und etablierte die Trennung in Doppelalben. 2015 bleibt dementsprechend alles beim Alten. Aus all den Einflüssen der letzten Jahre hat er einen unverkennbaren Sound kreiert, der in seiner Einzigartigkeit unzählige Male kopiert aber nie erreicht wurde. (mehr …)

Platte der Woche #48: David August, Times

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Times

 

VÖ: 12. April 2013
Label: Diynamic Music (Alive)
Titel: 14
Spieldauer: 1:05:17

 

einer meiner persönlichen neuentdeckungen in diesem jahr ist david august. der deutsche dj und musikproduzent veröffentlichte im letzten jahr ein wahrhaft grandioses debütwerk und lieferte davor, währenddessen und auch danach unglaublich ausgereifte und intelligent arrangierte remixe ab. Eine Schande wäre es gewesen, dieses phantastische Werk hier im Blog nicht ausreichend zu würdigen. Deshalb kurz vor Weihnachten eine Empfehlung an die elektronischen Anhänger und an alle, die es in diesem Bereich einmal versuchen möchten. Eine derartige Detailverliebtheit hat man in den letzten Jahren selten beobachten können. Zurecht wurde auch er als „German wunderkind“ im Ausland betitelt und kreiert mit ‚ Times ‚ eine herrliche Mischung aus Deep House und Psychedelia. (mehr …)

Platte der Woche #43: Snøffeltøffs, Hokus Pokus

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Hokus Pokus

 

VÖ: 31. Oktober 2014
Label: Snowhite (rough trade)
Titel: 10
Spieldauer: 31:37

 

Die Snøffeltøffs (Snøff und Tøff, alias Florian und Julian lernten sich vor Jahren im Vorstadt-Sandkasten kennen) sind zwei hervorragende Garage-Rock Jungs aus Berlin, die nun endlich ihr Debütalbum ‚ Hokus Pokus ‚ veröffentlichen und darin für ordentlich Stimmung sorgen. ‚ Park Boys ‚ und ‚ Dig It (And Put Up On It) ‚ sind zwei herrlich schmissige Nummern, die viel Zauber und Radau verbreiten und aus musikalischer Sichte einfach nicht langweilig werden. (mehr …)

Platte der Woche #15: Plague Vendor, Free To Eat

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Free To Eat

 

VÖ: 11. April 2014
Label: Epitaph Europe (Indigo)
Titel: 10
Spieldauer: 17:51

 

Ich hab keine Ahnung wie oft die Songs in den letzten Tagen durch meine Gehörgänge gerattert sind, aber irgendwie klangen die einzelnen Tracks dann doch irgendwann ein wenig verwaschen. Es schien als hallten immer mehr verlorene Songfetzen aus den vorausgegangenen Durchläufen nach und vermischten sich wieder mit hinzukommenden. Ein buntes Wirrwarr wurde geboren und als Lösung schien mir letztlich nur eines hilfreich zu sein: Man nehme einen Rohrkrepierer – lass es ‚ Wrecking Ball ‚ von Miley Cyrus sein und diesen anschließend einfach die volle Spielzeit durchlaufen lassen. Tatsache: es gibt keine schnellere Hilfe gegen ungewollte Abnutzungserscheinungen, als sich den schlechtesten Song seiner persönlichen Wahl zu schnappen und sich damit einmal gründlich die Ohren zu putzen. Ja das Debüt ‚ Free To Eat ‚ der jungen aufstrebenden Indie-Post-Punk Band Plague Vendor ist ein wahres Rock-Feuerwerk voller eigenwilliger Kreationen – versehen mit einem weit überhöhten Suchtpotential (mehr …)

Platte der Woche #09: Concrete Knives, Be Your Own King

Concrete Knives
Be Your Own King

 

VÖ: 22. Februar 2013
Label: Cooperative Music (Universal)
Titel: 10
Spieldauer: 34:07

 

Nach 34 Minuten Spielzeit ist das Debütalbum ‚ Be Your Own King ‚ der Concrete Knives beendet. Eine Band mit jugendlichem Überschwang, ausgeprägten künstlerischen Fähigkeiten und dem unbeugsamen Talent, mit schwingenden Gitarren, aufwendigen Melodien, stampfenden Rhythmen und euphorisch kollektiven Gesängen eine schäumende Süßspeise zu zaubern, die aus dem Stand heraus süchtig machen wird. Nehmen wir als Beispiel das zweite Stück ‚ Happy Mondays ‚ (welch frohlockende Vorstellung!) und dessen wundervoll optimistischen Klänge. Ein federnder Rhythmus und eine strahlende Ausgelassenheit zwischen kraftvoller Energie und pulsierenden Basslinien. Nicht minder exzellent ausgefallen ist natürlich auch das eröffnende Stück ‚ Bornhomer ‚, welches tatsächlich noch eine Spur dringlicher durch die Gehörgänge rauscht. Klar – die Spuren eines Debütalbums kleben an allen Ecken und Enden dieser ersten Minuten. Aber das ist letztlich auch das schöne an solchen Platten. Mitreißende Zügellosigkeit in Perfektion, die im Fall von ‚ Bornhomer ‚ besonders im letzten Drittel des Songs ungehemmt an Fahrt auf nimmt. (mehr …)

Platte der Woche #01: The Libertines, The Libertines

The Libertines
The Libertines

 

VÖ: 30. August 2004
Label: Rough Trad (Indigo)
Titel: 14
Spieldauer: 42:05

 

War das ein Sommer. Im Jahr 2004 erschien das zweite und letzte Album der Libertines und bereits mit der ersten Single ‚ Can’t Stand Me Now ‚ wussten wir – diese Tage werden niemals wieder kommen. „An ending fitting for a start/ You twist and tore our love apart„. Es war der frühzeitige Höhepunkt eines quälend voyeuristischen Hörerlebnisses. Ein „was wäre wenn…“, hat es damals noch nicht gegeben. The Libertines und Franz Ferdinand zählten zu den Anführern der größten britischen Renaissance seit mehr als einem Jahrzehnt. Die Musik der Libertines besteht bis heute aus berauschenden und schmutzigen Hymnen, wie man sie wohl speziell in dieser Form lange nicht mehr erleben wird. Es wäre für heutige Bands sicherlich auch nicht erstrebenswert, diesen Vergleichen stand halten zu müssen. ‚ Last Post On The Bugle ‚ und ‚ The Man Who Would Be King ‚ waren zwei Ausnahmeerscheinungen, wenngleich insbesondere ‚ Last Post On The Bugle ‚ textlich unnötige Hinweise auf den damals überschwelligen Drogenkonsum gab. Kokain, Crack, was auch immer – das selbst betitelte Album war ein Wrack. Mit Absicht oder nicht, die Drogen wurden schlussendlich von den Libertines stets als Grund genannt…

 

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Platte der Woche #26: DJ-Kicks, Digitalism

Digitalism
DJ Kicks

 

VÖ: 25. Juni 2012
Label: K7 Records (Alive)
Titel: 22
Spieldauer: 77:12

 

In welchem Jahr, in welchem Monat soll man einsteigen, wenn man die besten Mixe aus der DJ-Kicks-Serie aufzählen möchte? Ist es die von Gold Panda? Wir hätten auch noch Kruder & Dorfmeister, Apparat, Hot Chip, Erlend Oye, Maya Jane Coles und Photek im Angebot. Aber das war natürlich nur eine sehr kleine Aufzählung dessen, was die DJ-Kicks-Serie in Ihrer Gesamtheit zu bieten hat. Denn das eigentliche Highlight ist für mich die aktuelle Ausgabe mit Digitalism. Es steckt zum Einen verdammt viel Herzblut in diesen 77 Minuten Spielzeit. Ab ‚ Menace ‚ von Axel Le Baron & Kurbatov bis zum finalen Schlussakt ‚ The Pictures ‚ von Digitalism selbst, ist die Tiefe und Vielseitigkeit in diesen Minuten für mich persönlich ungeschlagen. Während diesen Zeilen durchlaufen die Songs bereits die zweite Rotation und wir steigen jetzt einfach mal direkt in ‚ The Sun ‚ von WhoMadeWho ein. Losgelöst von der Schwerkraft tänzelt der Song auf einem Teppich aus hypnotisierenden Gesängen durch die Wolken, während klopfende Bassdrum-Tropfen wieder mit doppelter Geschwindigkeit zur Erde perlen.

 

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Platte der Woche #17: Parov Stelar, The Princess (Part 1)

Parov Stelar
The Princess (Part 1)

 

VÖ: 20. April 2012
Label: Etage Noir (Soulfood)
Titel: 15
Spieldauer:

 

Eine kultivierte, elegante Form und eine perfekte äußere Erscheinung. Eleganz umschmeichelt einmal mehr die aktuelle Veröffentlichung von Parov Stelar. ‚ The Princess ‚ wurde dabei in zwei Hälften geteilt. Die meisten Stücke der ersten CD spiegeln eine spezielle, emotional fordernde und bedachte Grundstimmung wieder. Dabei spielt das Piano eine tragende Rolle, während CD 2 hingegen eine Kollektion an Songs bietet, die bislang unveröffentlicht oder auf Vinyl erschienen sind. Die Kritik dazu findet Ihr an dieser Stelle im Blog. Traumhaft ist die Eröffnung. Geigen und ein Klavier erzeugen cineastische Qualitäten und große Bilder. Anschließend katapultiert uns Marcus Füreder mit der zweiten Nummer ‚ All Night ‚ in seinen unverkennbaren Stil. Der unantastbare Electro-Swing ist altbewährt und doch so unaufhörlich frisch. Die Begeisterung steigt wie ein elektrischer Puls vom Herzen in die Beine – Parov Stelar verführt mit hypnotischen Trompeten und zieht den Hörer auch im nächsten Stück ‚ Nodody’s Fool ‚ nicht von seiner geliebten Tanzfläche.

 

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Platte der Woche #42: Still Corners, Creatures of An Hour

Still Corners
Creatures of An Hour

 

VÖ: 14. Oktober 2011
Label: Sub Pop (Cargo Records)
Titel: 10
Spieldauer: 32:05

 

‚ Creatures of an Hour ‚ heißt das Debüt der Londoner von Still Corners. Es ist ein leuchtendes Album geworden, zart der Gesang von Sängerin Tessa Murray, atmosphärisch die filmischen Einflüsse von Songwriter Greg Hughes. Der bekennende Filmliebhaber Hughes sieht darin ein starkes und tragendes Element bei ihren Live-Auftritten, deren schwebende Anmut glücklicherweise im Debüt-Album auf phantastische Art und Weise eingearbeitet wurde. Aufgenommen im eigenen Studio in Greenwich, zeigt sich in ‚ Creatures of an Hour ‚ eine flüsternde Intimität und die emotionale Weite des Komponisten Ennio Morricone. Hughes hat ein Album mit täuschend einfachen Songs produziert, die wie halbe Erinnerung zwischen den eigenen Träumen verweilen.

 

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Platte der Woche #31: Cerebral Ballzy, Cerebral Ballzy

Cerebral Ballzy
Cerebral Ballzy

 

VÖ: 05. August 2011
Label: Cooking Vinyl (Indigo)
Titel: 12
Spielzeit: 19:30

 

Vor wenigen Wochen stand das Quintett von Cerebrall Ballzy aus Brooklyn noch gemeinsam mit den Black Lips und den Grave Barbies auf der Bühne. Die jungen Herrschaften spielten dabei mit zerrissenen Hemden und einem glitzernden Frontman zerüttelnde Songs aus Ihrem neuen und gleichnamigen Debütalbum. Texte über Bier, Mädchen, dem Geldmangel für das U-Bahn Ticket und andere typische Punk-Themen wurden durch das mitleiderregende Mikrophon gebrüllt. Es dürfte Hardcore der etwas härteren Gangart sein und überraschend ist stets der Blick, wenn das Alter der fünfköpfigen Protagonisten fällt. Unter 20 Jahre oder auch leicht darüber – zum Ende der Show gab es dann noch einen Moshpit (Kreis, in dem Zuschauer (auf Metal-, Hardcore- oder Punk-Konzerten) springend und schubsend tanzen), bis auch der letzte Zuseher auf dem Boden lag.

 

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