Bloc Party, Hymns / Pias (rough trade)

Zu einfach möchte man es ihnen auch nicht machen. Bloc Party haben in den letzten Jahren ja kein sehr glückliches Bild in der öffentlichen Wahrnehmung abgegeben – nach den erneuten Soloausflügen von Sänger Kele Okereke musste sich dieser fragen lassen, ob er denn überhaupt noch Frontmann seiner eigenen Band wäre (was nach einigem Hin und Her geklärt werden konnte), es gab nach reichlich Unzufriedenheit, woraufhin wiederum das Personalkarussell kräftig rotierte. Schön war das alles nicht, auch weil nach dem letzten Album »Four« die Stammkundschaft von der Fahne zu gehen drohte, hatte sich doch die einstige Indierock-Kapelle hörbar vom ausschließlich zickig-zackigen Hochfrequenzsound zu Gunsten tanzbarer Elektronik abgewandt. Alles halb so wild, weil die Substanz bewahrt schien und »Four« bei aller Unentschiedenheit genügend Interessantes bot. Solches zu finden wird nun auf »Hymns« leider schon deutlich schwieriger. (mehr …)

Kritik: The Arcs, Yours, Dreamily / Nonesuch (Warner)

Auch wenn im Vorfeld meist nur von Dan Auerbach’s neuem Soloprojekt gesprochen wurde, so ist es doch mehr ein gemeinschaftliches Projekt zwischen Ihm und seiner langjährigen Freunde. „It’s a completely different thing than the Black Keys. Every song on this record is co-written with the whole band. I love being able to sit back and let songs evolve without me. It’s been a new experience.“ Der Black Keys Frontmann lässt uns diese Umstände auch deutlich spüren. So entfernt er sich von seinem tatsächlichen Soloalbum »Keep It Hid« aus dem Jahr 2009, lässt den bluesigen Rock’n’Roll ziehen und konzentriert sich vermehrt auf langsamer reflektierende Momente. (mehr …)

Kritik: Patrick Watson, Love Songs for Robots

Patrick Watson begeisterte mit seinen letzten Alben durch seinen orchestralischen Indie-Pop. Auf dem fünften Werk ‚ Love Songs For Robots ‚ wollte Watson mal etwas neues probieren und erzählte darüber im Vorfeld, es wäre ein, „science fiction R&B meets Vangelis erotica with a zest of folk kind of record”. Unabhängig seiner eigenen Visionen sind die neuen Songs erstmal wenig erfreulich. Erwähnung verdient haben dagegen das akustisch geführte ‚ Hearts ‚ und ‚ Grace ‚. Diese sind wahre Perlen inmitten eines Nebels, der sich inbesondere ab der zweiten Hälfte des Albums sehr verdichtet. Davor entsprechen die ersten paar Songs der klassischen Watons-Formel. Schrullig, reich an Melodien und für jedermann leicht zugänglich. Das eröffnende Stück und Titeltrack ist der schönste Moment des gesamten Albums. (mehr …)

Kritik: Mumford & Songs, Wilder Mind

Mumford & Sons haben im Jahr 2012 die Zeichen der Zeit erkannt und nutzen diese für sich bestens aus. Coldplay hatten sich für eine dreijährige Pause entschieden, U2 hatten mit einigen Rückschlägen bezüglich der eigenen Wiederkehr zu kämpfen und so war es nur fair, Mumford & Sons in die Welt der größten Rockbands aufzunehmen. Technisch gesehen war die Herren zwar zu diesem Zeitpunkt noch keine Rockband, aber mit ‚ Wilder Mind ‚ haben sie nun unbestreitbar eine gezielte Rock-Platte aufgenommen, zu der man jetzt auch gerne schwarze Lederjacken trägt. Banjos und Akkordeons verabschieden sich, nach vorne treten verzerrte Gitarren und ein hämmerndes Schlagzeug. (mehr …)

Kritik: Madonna, Rebel Heart

10_RebelHeart_picboxDas tiefgreifende Produktionsteam hinter dem neuen Album ‚ Rebel Heart ‚ von Madonna (insbesondere Diplo), verweisen klar auf die klassische Madonna der 80er Jahre. Das gefühlvolle ‚ Living For Love ‚ ist mit seinen himmlischen Chören und dem Klavier ein gelungener Einstieg. Zugleich beweisen die folgenden Nummern: Madonna scheint unzerstörbar. Ein ewig gleißendes Licht am Pophimmel. ‚ Ghosttown ‚ ist im weiteren Verlauf eine ausgezeichnete Elektro-Ballade, während der mit Diplo geschriebene Track ‚ Unapologetic Bitch ‚ eine entwaffnende Elektro-Reggae Konfektion ist. Dagegen wird ‚ Bitch I’m Madonna ‚ auch zwischen den restlichen Nummern nicht besser und gehört mit ‚ Iconic ‚ zu den schlechtesten Tracks auf dem neuen Album. (mehr …)

Kritik: Calvin Harris – ‚ Motion ‚ (VÖ: 31.10.2014)

10_motion_picboxR_4_10Calvin Harris
Motion

 

VÖ: 31. Oktober 2014
Label: Smi Col (Sony Music)
Titel: 15
Spieldauer: 55:47

 

So geht es dahin mit dem Calvin Harris. Die Verkaufszahlen steigen, die Qualität sinkt dazu proportional. Somit kein Muss für die Anhänger der anspruchsvollen elektronischen Tanzmusik (EDM). Dabei darf das eröffnende Stück ‚ Faith ‚ als eigene Kreation direkt in die Gehörgänge wandern und dort ein bisschen verweilen. Auch weil bis ‚ Summer ‚ die Beliebigkeit durch die synthetischen Fixierungen weht. Calvin Harris versteht es zwar nach wie vor ausgezeichnet, seine Beats an die jeweiligen Künstler anzupassen, diese mit einzubeziehen und so einen gewissen Wiedererkennungswert kreiert – doch geschieht das alles mit relativ viel Routine. (mehr …)

Kritik: The Ting Tings – ‚ Super Critical ‚ (VÖ: 24.10.2014)

10_supercritical_picboxR_5_10The Ting Tings
Super Critical

 

VÖ: 24. Oktober 2014
Label: Pias UK/Finca Records (rough trade)
Titel: 09
Spieldauer: 31:38

 

Das eröffnende Titelstück beginnt ordentlich, locker, unverkrampft. Doch leider wirkt der Track zum Ende hin ein bisschen ziellos. Im weiteren Verlauf häufen sich diese Merkmale, schöne Gitarrenriffs und eingängige Hooks aus den Zeiten von Steely Dan und The Doobie Brothers werden zu stark ausgereizt, wirken dadurch ungeschickt und verschenken damit zu viel Ihrer stilvollen Harmonisierungen. Der überzeugendste Track auf ‚ Super Critical ‚ war zugleich die erste Single ‚ Wrong Club ‚ und entzieht sich deutlich den halbgaren musikalischen Ideen der restlichen Songs. Und so wie sich Katie White im Refrain beschwert, man möge sie doch aus der falschen Discothek befreien, so wünscht man sich selbiges über weite Strecken des dritten Albums. (mehr …)

Kritik: Weezer – ‚ Everything Will Be Alright in the End ‚ (VÖ: 03.10.2014)

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Everything Will Be Alright in the End

 

VÖ: 03. Oktober 2014
Label: Republic (Universal Music)
Titel: 13

Spieldauer: 42:04

 

Weezer machen auf Ihrem neuen Album ‚ Everything Will Be Alright in the End ‚ einmal mehr das, was Weezer schon seit mehr als 15 Jahren am Besten können: die Massen mit eingängigen und leicht verdaulichen Rocksongs zu versorgen. Man kann es Ihnen auch im Jahr 2014 nicht übel nehmen, denn was Rivers Cuomo mit seinen Herrschaften zusammen schustert ist ehrliches Handwerk und wenn es nach Mainstream klingt – dann klingt es eben nach Mainstream. Oder mit anderen Worten: ‚ Everything Will Be Alright in the End ‚ ist ein weiterer vorhersehbarer Eintrag in der Diskographie von Weezer. Das eröffnende Stück ‚ Ain’t Got Nobody ‚ ist von einem dichten Sound umgeben, von glamourösen Gitarrenläufen und einigen aufhorchenden Querschlägen. Aber leider sind diese Momente der Inspiration mehr als flüchtig. Man findet diese im weiteren Verlauf bei ‚ Eulogy for a Rock Band ‚, ‚ Lonely Girl ‚ oder ‚ Go Away ‚ mit Bethany Cosentino von Best Coast als Gastsängerin. Ja man erinnert sich während diesen Minuten gerne an die Pinkerton-Ära zurück. (mehr …)

Kritik: The Asteroids Galaxy Tour – ‚ Bring Us Together ‚ (VÖ: 12.09.2014)

10_bringustogether_picboxR_6_10The Asteroids Galaxy Tour
Bring Us Together

 

VÖ: 12. September 2014
Label: Hot Bus Records (rough trade)
Titel: 10
Spieldauer: 44:38

 

the asteroids galaxy tour veröffentlichten mit ‘ bring us together ‘ diesen freitag ihr neues album. Nach zwei Jahren des Non-Stop-Tourens war es für Produzent und Multi-Instrumentalist Lars Iversen und Mette Lindberg Zeit, die Motoren abzuschalten. Sie legten den Laptop ins Regal und setzten sich an die Regler ihres eigenen Studios Rummet (The Space) in Vesterbro, einem Stadtteil von Kopenhagen, verbrachten viel Zeit miteinander und experimentierten an neuen Songs. “mette and i have such eclectic tastes in music, it’s no wonder people find it hard to pin down our sound, but we love it that way”, so die Worte lars. “our sound is like a big metropolis of music,” stimmt mette ihm zu. Und direkt im eröffnenden Titelstück erleben wir die geniale Zusammenführung aus Beats, Skizzen und Snippets. Inspiriationsreiche Klänge bringen uns in einer neuen und hoffentlich nie enden wollender Leidenschaft zusammen. (mehr …)

Kritik: Cerebral Ballzy – ‚ Jaded & Faded ‚ (VÖ: 18.07.2014)

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Jaded & Faded

 

VÖ: 18. Juli 2014
Label: Cult Records (Alive)
Titel: 13
Spieldauer: 26:23

 

Lang lang ist es her. Genauer geschrieben sind knapp drei Jahre seit Ihrem selbst betitelten Debüt vergangen. Dort erlebte man Sie kurz vor dem Release das erste Mal mit den black lips und den grave barbies auf der bühne. die jungen herrschaften spielten dabei mit zerrissenen hemden und einem glitzernden frontman zerüttelnde Songs über Bier, Mädchen und Geldmangel. Es war Punk. Es war Hardcore der etwas härteren Gangart. Das Quintett war damals unter 20 Jahre oder auch leicht darüber. Jetzt sind drei Jahre vergangen und man holte sich als Produzenten für das zweite Werk ‚ Jaded & Faded ‚ niemand geringeren als Dave Sitek (Liars, TV On The Radio, Yeah Yeah Yeahs, Foals, Beady Eye, Kelis etc.) Wie zu erwarten ist ‚ Jaded & Faded ‚ nicht mehr so Hardcore, es ist strukturierter, verdaulicher und harmonischer. Für ein Zweitlingswerk in diesen Gefilden nichts unübliches. (mehr …)

Kritik: Clap Your Hands Say Yeah – ‚ Only You ‚ (VÖ: 30.05.2014)

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Only You

 

VÖ: 30. Mai 2014
Label: Xtra Mile (Indigo)
Titel: 10
Spieldauer: 39:55

 

Das neue Album der Clap Your Hands Say Yeah wurde in dieser Woche ohne viel Tamtam veröffentlicht. Diese Umstände lassen zwar nicht immer die passenden Rückschlüsse auf die Qualität des Inhalts zu, aber im Fall von ‚ Only Run ‚ hätte man mit einer entsprechenden Vermutung zumindest nicht falsch gelegen. Clap Your Hands Say Yeah galten zu Zeiten des seltsam produzierten Debüts als unterschwellige Draufgänger. Sie waren zugleich einer der ersten Bands, die speziell durch Musik-Blogs aus aller Welt stark und rasant nach oben katapultiert wurden und leider war einem auch dort schon der traurige Gedanke bewusst, dass diese Band wohl kein ganzes Jahrzehnt auf dem selbst geschaffenen Niveau überleben würde. Das Internet ist nun mal eine schnelllebige Angelegenheit und wie es die Ironie so gerne hat, mussten die New Yorker nach den frühen Erfolgen selbst daran glauben. (mehr …)

Kritik: Bonaparte – ‚ Bonaparte ‚ (VÖ: 30.05.2014)

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Bonaparte

 

VÖ: 30. Mai 2014
Label: Warner Music Int. (Warner)
Titel: 12
Spieldauer: 40:29

 

Vorbei ist es mit der charmanten Unverschämtheit der letzten Jahre. Dem schwitzenden Rock’n’Roll-Star sind die Ideen ausgegangen. Der Schirmherr der Berliner Karneval-Band Bonaparte vollzieht zukünftig seine verzwirbelnden und animalischen Künste ohne expressiven Schwung. Tobias Jundt sitzt auf der neuen Platte in der Ecke und sinniert sinnfrei herum. Da werden flache Beats zusammengestöpselt, vorhersehbare Rhythmen latschen grußlos an einem vorbei, da fliegen keine Pferdeköpfe mehr herum, keine pornografischen Szenen mehr am Straßenrand. Nichts. Nur kalkuliertes Marketing. Pünktlich zum aufkeimenden Trend der Selbstprotraits, hat Jundt vor einigen Wochen den Track ‚ Me So Selfie (Feat. Tim Fite) ‚ aufgenommen – prinzipiell eine gute Idee – nur leider wurde das darin enthaltene Potential schamlos über die Bordsteinkante in den nächsten Abfluss geschüttet. (mehr …)