Kritik: Afghan Whigs – ‘ Do to the Beast ‘ (VÖ: 11.04.2014)

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Afghan Whigs
Do to the Beast

 

VÖ: 11. April 2014
Label: Sub Pop (Cargo Records)
Titel: 10
Spieldauer: 40:50

 

Natürlich sind sechszehn Jahre eine lange Zeit. Viele haben da schon mit einer Sache, gern auch einer Band, endgültig abgeschlossen, zu den Akten, ins Archiv, Verklärung inklusive. Es ist also auch für ein so leidenschaftliches Arbeitstier, wie Greg Dulli eines ist, nicht ganz so leicht einzuschätzen, wie sich nach so langer Pause eine Platte der Afghan Whigs in freier Wildbahn macht. Das letzte, was man von der Band aus Cincinatti hörte, war das Album ‘ 1965 ‘, ein eigenwilliger Soulrock-Zwitter, die letzten, die man mochte, hießen ‘ Black Love ‘ und ‘ Congregation ‘ und wurzelten eher im alternativen Humus des Grunge der frühen Jahre. Man tut ‘ Do To The Beast ‘ sicher nicht unrecht, wenn man es als eine (recht gelungene) Mischung aus beidem bezeichnet, wobei Soul hier eher mit Leidenschaft und Herzblut denn mit beschwingtem Geschmetter übersetzt werden kann. Es ist Dulli’s Fegefeuerplatte, es lodert und knistert und kracht gewaltig, die Gitarren (es sollen bei den Aufnahmen stets mehr als drei gleichzeitig gewesen sein) jaulen standesgemäß und Dulli treibt seine Stimme dazu in bislang ungewohnte Höhen. (mehr …)