Platte der Woche #45: Lanterns on the Lake, Beings / Pias Coop/Bella Union (rough trade)

Mit einem spektralen, Klavier-getriebenen Opener starten Lanterns on the Lake in Ihr neues Album »Beings«. Das ganze Ambiente, vor allem im zweiten Stück »I’ll Stall Them« erinnert an die herausragenden Klanglandschaften Ihres Debütalbums. »Beings« ist eine Verschmelzung aus dem üppigen, verträumten Folk-Pop des Debüts und dem etwas härteren Sound mit seinen eindrucksvollen Gitarreneffekten und himmlischen Arrangements des Zweitlings. Die Besetzung wurde nochmals verändert, aber der Kern besteht weiterhin aus Sänger, Gitarrist und Pianist Hazel Wilde, Gitarrist und Produzent Paul Gregory und Schlagzeuger Oliver Ketteringham. Die etwas verschlankte Aufstellung sorgt auf gesamter Linie für einen geschärften Blick. (mehr …)

Kritik: Beach House, Thank Your Lucky Stars / Pias Coop/Bella Union (rough trade)

Da scheint ihnen also der Stoff nicht ausgegangen zu sein – gut zwei Monate, nachdem Victoria Legrand und Alex Scally ihr neues Album »Drepression Cherry« vorgestellt hatten, war auch schon die Rede vom Nachfolger. Nun gibt es böswillige Menschen, die meinen, diese Art von luftig-verträumtem Dreampop ließe sich beliebig oft und einfach reproduzieren (das erinnert einen wiederum an die eigene Kunstlehrerin, die da frech behauptete, Aquarelle von Nolde schaffe ein geübter Fälscher mühelos fünf Stück in der Stunde), was natürlich ein ausgemachter Nonsens ist. Gerade »Thank You Lucky Stars« zeigt, dass Beach House, wenn auch nur in kleinen Schritten, ihr Repertoire sehr wohl zu erweitern verstehen. (mehr …)

Kritik: Beach House, Depression Cherry / Pias Coop/Bella Union (rough trade)

Dass Musik, die leicht und beschwingt daherkommt, auch mühsame Arbeit bedeuten kann, ist kein großes Geheimnis (#Binsenweisheit), auch Beach House aus Baltimore haben das feststellen müssen. Nach ihrem fabelhaften Album »Bloom« war es auch für Victoria Legrand und Alex Scully Zeit für eine längere Arbeitspause – kein Lied wollte mehr entstehen, der Akku war leer. Dass dann wiederum ein Ort namens Bogalusa im amerikanischen Bundesstaat Louisiana die Inspiration und Arbeitsfreude zurückbrachte, birgt schon eine gewisse Komik und lässt selbst die beiden herzlich lachen (INTRO). (mehr …)

Platte der Woche #27: Ezra Furman, Perpetual Motion People / Pias Coop/Bella Union (rough trade)

»Perpetual Motion People« ist für “people who feel they can never settle” und beginnt mit einem unwiderstehlichen Eröffnungsstück. Der 28 Jahre alte Ezra Furman aus Chicago hat auch sein neuen Songs mit viel shoop-shoops, harmonischen Saxophonen und händeklatschenden Rock and Roll bestreut. Optimistisch, fröhlich und doch mürrisch hüpfen die Songs durch zeitlose Einflüsse, Selbstironie und witzigen Humor. “I would never fully join this society; I would always be somehow outside of it…If nothing else, it’s an interesting way to live.” (mehr …)