Kritik: #Baio, The Names / Caroline (Universal Music)

Den bereits eingeschlagenen Abwärtstrend (auf hohem Niveau) mit Vampire Weekend bestreitet der Bassist Chris Baio mit seinem ersten Solowerk solidarisch weiter. Zu hören gibt es im Album reflektierenden Elektro-Pop mit Anleihen zu !!! (Chk Chk Chk) oder Hot Chip. Der Unterschied: die Songs von Baio sind intimer und nicht ganz so offensichtlich tanzbar. Der Auftakt »Brainwash yyrr Face« ist dabei noch eine unheilvolle Woge aus den unruhigen Trance-Atmosphären. Die Texte dazu sowohl geheimnisvoll wie auch meditativ. (mehr …)

Platte der Woche #30: The Maccabees, Marks To Prove It / Caroline (Universal Music)

Das vierte Album von The Maccabees aus dem Süden Londons ist mit einer seltsam beruhigenden Intensität bestückt. Darüber schwirrt eine selbstzerstörerische Energie, die als klaustrophobisches, betonartiges Gewicht auf den Klang drückt und in der Gesamtheit zu dem unverkennbaren Sound führt, der diese Herrschaften einst so berühmt werden ließ. Das eröffnende Titelstück ist ein brachialer Wirbel mit genialen Tempoverschiebungen. “Over the summer, a lot changed / and they all changed to keep up with it / Too complicated / Too complex to talk to anybody“, intoniert Frontmann Orlando Weeks und schließt damit den Kreis zu den ersten beiden Platten. (mehr …)

Kritik: Tame Impala, Currents / Caroline (Universal Music)

Hat da gerade wer „Kiffermucke“ gerufen? War ja früher, also zu Zeiten von Jimi Hendrix, Jerry García und Jim Morrison, mal Schimpfwort und üble Nachrede, aber wie sich im Laufe der Jahrzehnte der Blick auf Hanfblatt, Pilz, Chemiecocktail und die Beatpoeten geändert hat, so durfte sich auch die dazugehörige Musik einer neuen, wohlwollenderen Bewertung erfreuen – die Urväter des verrauchten Raps Cypress Hill touren gerade wieder mal im Dienste der Tüte und die Liste junger Bands, die sich in der Tradition des Psychedelic Rock sehen, will nicht abreißen – Toy, MGMT, Temples, The Horrors, Unknown Mortal Orchestra und eben auch Tame Impala. Ob die Jungs um Kevin Parker jetzt bewußtseinserweiternden Substanzen besonders aufgeschlossen gegenüberstehen, müsste an anderer Stelle geklärt werden, musikalisch geben sie sich jedenfalls große Mühe, das Genre um ein paar Facetten zu bereichern. (mehr …)

Platte der Woche #26: Son Lux, Bones / Caroline (Universal Music)

Nur wenige Künstler brechen so gerne aus Ihrem bevorzugten Genre aus und verschieben musikalische Formen wie Ryan Lott alias Son Lux. Er ist ein klassisch ausgebildeter Musiker, der auf seinen Reisen durch die musikalischen Klanglandschaften Persönlichkeiten wie Arcade Fire’s Richard Perry, Beyoncé Produzent Boots oder Sufjan Stevens und Rapper Serengeti begegnete. Aber selbst mit diesen namhaften und abwechslungsreichen Kollaborationen, ist Son Lux weitgehend ein bestrebendes Soloprojekt geblieben. Bis jetzt. Für sein viertes Album »Bones« holte er sich Hilfe bei Gitarrist Rafiq Bhatia und Schlagzeuger Ian Chang. Gemeinsam werden die Grenzen um ein weiteres Mal verschoben, Genres mit Leichtigkeit dekonstruiert und anschließend mit neuen Elementen verschmolzen. (mehr …)