Junior Boys, Big Black Coat / City Slang (Universal Music)

Das ist in der Tat schon eine witzige Randnotiz: Jeremy Greenspan and Matt Didemus, die beiden Herren hinter dem kanadischen Electropop-Duo Junior Boys, entfernen sich nicht nur Jahr um Jahr von der ursprünglichen Assoziation ihres gemeinsamen Pseudonyms, sie sehen auch so aus, als würden sie eher allnächtlich die Türen der Clubs bewachen, statt drinnen mit ihrer Musik für ausgelassene Unterhaltung zu sorgen. Insbesondere Greenspan mit seinem zerknautschten, mäßig rasierten Gesicht würde man eher dem Facility-Management als dem Stardom eines weltbekannten DJs und Produzenten zuordnen, dabei ist der Mann seit Ende der Neunziger als Soundtüftler eine bekannte Größe und mithin Schöpfer zahlreicher erfolgreicher Singles und Alben. (mehr …)

Wire, The Waiting Room / City Slang (Universal Music)

Den Tindersticks nähert man sich ja immer mit einer gewissen Zurückhaltung, einem Sicherheitsabstand – Stuart Staples hat trotz der meistenteils (und mittlerweile) sehr zarten Kompositionen nichts von einem weltverlorenen, melancholischen Brummbär an sich, dem man mit der Hand tröstend über den Kopf streichen möchte. Schon seit dem sagenhaften Debüt aus dem Jahr 1993 haftet der Band und seinem Gesang immer auch etwas unterschwellig Bedrohliches, mühsam im Zaum Gehaltenes an, das nur selten zum Ausbruch gelangt und deswegen zur Vorsicht rät. Von diesem Flackern, dieser Spannung ist auch nach knapp einem Viertel Jahrhundert nichts verloren gegangen und gerade dieses neue, mittlerweile zehnte Album beweist, mit wieviel Inspiration und künstlerischem Anspruch die Engländer noch immer zu Werke gehen. (mehr …)

Kritik: HeCTA, The Diet / City Slang (Universal Music)

HeCTA sind Kurt Wagner, Ryan Norris und Scott Martin von Lambchop. Gemeinsam erweitern Sie mit diesem Projekt die Grenzen Ihres mittlerweile sehr umfangreichen Universums. “It’s not Americana, house, techno, trap, juke, or blaze,” erklärte dazu Wagner in einem Pressetext. Als Anhänger von Lambchop dürfte diese Aussage also zu keinen großen Überraschungen geführt haben. Das Debüt »The Diet« taucht tief in die elektronischen Wälder ein, erschafft eigene Strukturen und drückt mit einem beständig voranschreitenden Puls die eigenen Songs durch das Album. Nennenswerte Richtungsänderungen kommen dabei jedoch keine vor.

Ein bisschen Unterstützung gab es mit Morgan Geist, John McEntire und Q (Produzent von u.a. Factory Floor und Liars), die bei der Entstehung des Albums mitwirkten. Herausgekommen sind viel ruhige Songs, bei denen speziell der hüpfende Dance-Track »The Concept« im Gedächtnis hängen bleiben dürfte. Insgesamt lädt »The Diet« zum Eintauchen in eine herrliche digitale Landschaft ein. Natürlich ist das Debüt nur ein Experiment, welches besonders bei aufnehmendem Tempo überzeugende Argumente vermissen lässt – aber die neue Richtung ist spannend und funktioniert unter dem Deckmantel HeCTA bemerkenswert gut.

 

SINKANE x PEAKING LIGHTS mit neuer Remix EP im August 2015

SINKANE (City Slang) und PEAKING LIGHTS (Domino) haben sich zusammengetan und werden am 21. August 2015 Ihre neue 12″ Remix EP mit Namen »Mean Dub« auf City Slang veröffentlichen. Aaron Coyes von PEAKING LIGHTS hat vier der Songs aus dem aktuellen SINKANE Album »Mean Love« einen neuen, magischen Touch verliehen. Den Peaking Lights Dub Mix zum Track »Yacha« gibt es jetzt hier für euch: