Kritik: Daughn Gibson, Carnation

Hand auf’s Herz: Typen, die so blendend aussehen wie Josh Martin, denen traut man doch ernsthafte oder nachdenkliche Songs gar nicht zu. Einsamkeit – der? Niemals. Unglück, Selbstzweifel? Das will man doch von jemandem wie Martin oder seinem Bühnen-Alter-Ego Daughn Gibson gar nicht hören. Tatsächlich sind das genau die Vorurteile, mit denen der Songwriter aus Pennsylvania seit Beginn seiner Karriere zu kämpfen hat – einer, der so sehr Mann scheint wie er, dem nimmt man das alles doch gar nicht ab. Dass er sich mit Raymond Carver und George Saunders, Foster-Wallace und Pynchon beschäftigt, dass er versucht, seine Albträume und dunklen Gedanken in die Kurzgeschichten seiner Stücke umzuarbeiten. Dabei waren doch gerade die beiden ersten Alben ‘ All Hell ‘ und ‘ Me Moan ‘ stilistische Totentänze aus Goth, Blues und Country, zusammengehalten durch eine Vielzahl von elektronischen Effekten und dem rauchigen, tieftönenden Barriton Gibsons. (mehr …)

DAUGHN GIBSON veröffentlicht neues Album und Musikvideo zur Single ‘ Daddy I Cut My Hair ‘

Am Freitag veröffentlicht Daughn Gibson sein neues Album ‘ Carnation ‘ auf Sub Pop / Cargo Records und präsentiert uns vorab sein neues Musikvideo zur aktuellen Single ‘ Daddy I Cut My Hair ‘. Regisseur Matt Amato sagt über das Video, ““Daddy I Cut My Hair” verfolgt die Bewegungen eines 11-jährigen Mädchens, wie sie das schroffe Terrain einer verlassenen amerikanischen Landschaft erkundet. Gefilmt wurde das Video in Pennsylvanias Kohle Region, den Städtchen Centralia, Jim Thorpe, Mahanoy City, Mt. Carmel, Nesquehoning, Shamokin und Shenandoah.” Viel Vergnügen:

 

Kritik: Daughn Gibson – ‘ Me Moan ‘ (VÖ: 12.07.2013)

10_memoan_picboxDaughn Gibson
Me Moan

 

VÖ: 12.Juli 2013
Label: Sub Pop (Cargo Records)
Titel: 11
Spieldauer: 43:31

 

Für manch englischen Begriff gibt es im Deutschen einfach keine Entsprechung – das ist nicht neu. Dies gilt zum Beispiel für das Attribut „swagging“, gern auch, um’s noch etwas umgangssprachlicher zu machen, auf „swaggin‘“ verkürzt. Ein Begriff, der lässige Coolness mit einer leicht derangierten Erscheinung verbinden soll und durchaus auch für einen musikalischen Stil herhalten darf. Daughn Gibson, gut dreißigjähriger Songwriter aus Nazareth/Pennsylvania und bis vor einiger Zeit bestaussehendster Gelegenheitsarbeiter vor Ort (der Guardian nennt ihn einen „hulk of masculinity“), der Mann jedenfalls spielt, seit er sein Hobby zum Beruf gemacht hat, eine Musik, die in höchstem Maße ‚swaggin‘ ist. Man könnte auch Goth-Country-Electro-Blues dazu sagen, wenn es nicht so blöd klingen würde, cool, da besteht kein Zweifel, ist sie in jedem Falle. (mehr …)