Kritik: Jessie Ware – ‘ Tough Love ‘ (VÖ: 17.10.2014)

10_toughlove_picboxR_7_10Jessie Ware
Tough Love

 

VÖ: 17. Oktober 2014
Label: Island (Universal Music)
Titel: 11
Spieldauer: 40:20

 

Ganz ohne Zweifel hat auch der weiße und weibliche Pop, wenn man diesen etwas ungelenken Ausdruck verwenden will, in den achtziger und neunziger Jahren Großes hervorgebracht – Namen wie Cyndie Lauper, Madonna, Annie Lennox, Kate Bush, Björk, alles Erfolge, die sich nicht wegdiskutieren lassen. Rückblickend haftet ihnen allerdings der Makel an, dass sie sich strikt an das bevorzugte Raster hielten und eben hauptsächlich weiße Musik lieferten, aus jenen Tagen stammt denn auch der Gegensatzbegriff Black Music, der heute noch beim leidlich sortierten Großdiskounter die Fronten teilt und dem kenntnisfreien Gelegheitskäufer als Orientierungshilfe dient. Unnötigerweise, denn eine so klare Trennung ist Gott sei Dank gar nicht mehr gefragt – längst gilt es unter Produzenten und Musikern als zeitgemäß und schick, arrivierte Hörgewohnheiten mithilfe von modernen Spielarten des Soul, RnB und Jazz aufzubrechen, Namen wie Lorde, Hannah Reid, Banks, La Roux, Joan Wasser zeugen davon, dass der weiße Pop mittlerweile reichlich Farbe bekommen hat. (mehr …)