Kritik: Le Butcherettes, A Raw Youth / Ipecac Recordings

Hand auf’s Herz: Wann bekommt man denn heutzutage noch Wildheit und ungezügelten Überschwang geboten? Siehste – nicht so oft. Alles um einen herum ist auf Gleichklang, Nervenschonung, Quality Time und Work-Life-Balance ausgerichtet, über die berüchtigten Stränge schlägt schon lange keiner mehr. Die ungezügelten Genußtrinker verziehen sich aus Angst vor grassierendem Gesundheits- und Selbstoptimierungswahn besser in die hintersten Raucherecken und wer grob flucht, ist krank und hat Tourette. Einer Band wie den mexikanischen Le Butcherettes muss man deshalb unendlich dankbar dafür sein, dass sie sich um solche Konventionen einen feuchten Dreck kümmern und mit ihrem erfreulich analogen Garagen-Krach aus einer Zeit grüßen, für die weder in der Cloud noch irgendeiner Spotify-Playliste ein Platz vorgesehen ist. (mehr …)