Kritik: Paul Weller, Saturns Pattern

Wie das wohl ist, wenn man, in gesetztem Alter angekommen, ständig beobachtet und begutachtet wird, sich immer wieder der aufdringlichen Frage stellen muss „Bringt der’s noch?“ Paul Weller war Zeit seines bisherigen Lebens eine ziemlich coole Sau und wer sich zu seinen Fans zählt und ebenfalls in die Jahre gekommen ist, tat und tut das immer in der Hoffnung, auch etwas von dieser zeitlosen Coolness abzubekommen. Fromme Wünsche halt. Weller ist auch einer, der sich oft mit den jüngeren, wilderen umgibt, der die einen so gern hofiert wie er andere vor den Kopf stößt. Ein Lad, ein Mod, knurrig, kompromisslos, mit Stil. Man kann sich die Antwort auf die obige Frage ausmalen – besser sucht man aber schnell das Weite, wenn man sie denn unbedingt stellen will. Denn natürlich wird Weller bissig behaupten, er mache genau jetzt die Musik, die er immer schon machen wollte, würde er an sich selbst zweifeln, wäre erst gar keine neue Platte erschienen. Und ob das nun zeitgemäß oder altersgerecht klänge, würde ihn einen feuchten Dr…, naja, Weller halt.
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