Bloc Party, Hymns / Pias (rough trade)

Zu einfach möchte man es ihnen auch nicht machen. Bloc Party haben in den letzten Jahren ja kein sehr glückliches Bild in der öffentlichen Wahrnehmung abgegeben – nach den erneuten Soloausflügen von Sänger Kele Okereke musste sich dieser fragen lassen, ob er denn überhaupt noch Frontmann seiner eigenen Band wäre (was nach einigem Hin und Her geklärt werden konnte), es gab nach reichlich Unzufriedenheit, woraufhin wiederum das Personalkarussell kräftig rotierte. Schön war das alles nicht, auch weil nach dem letzten Album »Four« die Stammkundschaft von der Fahne zu gehen drohte, hatte sich doch die einstige Indierock-Kapelle hörbar vom ausschließlich zickig-zackigen Hochfrequenzsound zu Gunsten tanzbarer Elektronik abgewandt. Alles halb so wild, weil die Substanz bewahrt schien und »Four« bei aller Unentschiedenheit genügend Interessantes bot. Solches zu finden wird nun auf »Hymns« leider schon deutlich schwieriger. (mehr …)

Platte der Woche #45: Lanterns on the Lake, Beings / Pias Coop/Bella Union (rough trade)

Mit einem spektralen, Klavier-getriebenen Opener starten Lanterns on the Lake in Ihr neues Album »Beings«. Das ganze Ambiente, vor allem im zweiten Stück »I’ll Stall Them« erinnert an die herausragenden Klanglandschaften Ihres Debütalbums. »Beings« ist eine Verschmelzung aus dem üppigen, verträumten Folk-Pop des Debüts und dem etwas härteren Sound mit seinen eindrucksvollen Gitarreneffekten und himmlischen Arrangements des Zweitlings. Die Besetzung wurde nochmals verändert, aber der Kern besteht weiterhin aus Sänger, Gitarrist und Pianist Hazel Wilde, Gitarrist und Produzent Paul Gregory und Schlagzeuger Oliver Ketteringham. Die etwas verschlankte Aufstellung sorgt auf gesamter Linie für einen geschärften Blick. (mehr …)

Platte der Woche #44: Cheathas, Mythologies / Pias Coop/Wichita Recordings (rough trade)

Während einige der Referenzpunkte aus dem Debüt des letzten Jahres noch existieren – vor allem Nathan Hewitt’s berüchtigte Gesangsdarbietung, die an Swervedriver’s Adam Franklin oder in geringeren Zügen an J Mascis erinnert – gibt es in den dreizehn neuen Stücken auf »Mythologies« eine neu gefundene Bereitschaft zu experimentieren. Dabei beginnt das Album erstmal mit einem leichten Einstieg. »Red Lakes (Sternstunden)« ist ein unbeschwerter Mid-Tempo-Song mit eingängigen kleinen Synth-Passagen und hellen Gitarren-Sounds. Der Song endet mit einer vollen Minute aus sich wiederholenden wimmernden Gitarren, die unter Schichten von Synth-Akkorden und einigen Sätzen in deutscher Sprache begraben werden. (mehr …)

Platte der Woche #41: Neon Indian, Vega Intl.Night School / Pias Coop/Transgressive (rough trade)

Alan Palomo ist der Name und das Gehirn hinter der Band Neon Indian. Gemeinsam wurde ein weiteres großartiges Album veröffentlicht und wie bereits »Psychic Chasms« und »Era Extrana« darf auch »Vega INTL. Night School« als eines der besten Alben des Jahres 2015 vorgemerkt werden. »Slumlord«, »Slumlord ‘sRe-lease« und »Techno Clique« erweisen sich als Herzstück und präsentieren sich als reine elektronische Musik. Die analogen Synths ragen hoch, der Bass perforiert den stampfenden 4/4 Takt und Palomo’s Gesang harmoniert wundervoll mit dem Chor. “It goes on and on and on and on“. (mehr …)

Kritik: Beach House, Thank Your Lucky Stars / Pias Coop/Bella Union (rough trade)

Da scheint ihnen also der Stoff nicht ausgegangen zu sein – gut zwei Monate, nachdem Victoria Legrand und Alex Scally ihr neues Album »Drepression Cherry« vorgestellt hatten, war auch schon die Rede vom Nachfolger. Nun gibt es böswillige Menschen, die meinen, diese Art von luftig-verträumtem Dreampop ließe sich beliebig oft und einfach reproduzieren (das erinnert einen wiederum an die eigene Kunstlehrerin, die da frech behauptete, Aquarelle von Nolde schaffe ein geübter Fälscher mühelos fünf Stück in der Stunde), was natürlich ein ausgemachter Nonsens ist. Gerade »Thank You Lucky Stars« zeigt, dass Beach House, wenn auch nur in kleinen Schritten, ihr Repertoire sehr wohl zu erweitern verstehen. (mehr …)

Kritik: FIDLAR, Too / Pias Coop/Wichita Recordings (rough trade)

Was bedeutet Fidlar? Es ist ein Akronym für “Fuck It Dog, Life’s A Risk” und der darin liegende Reiz ist selbsterklärend: Es ist ein Schlachtruf für die bis zum Tode gelangweilten Jugendlichen einer südkalifornischen Punk Band. Fidlar sind derzeit so angesagt wie kaum eine andere Band aus diesem Bereich. Die 20-Jährigen wissen es dabei selbst nicht wirklich so genau, ob sie nun von Ihrem Erfolg begeistert oder doch eher gelangweilt sind. Jedenfalls resultierte daraus auf Ihrem Debüt eine ungeheuerliche Spannung, man wusste als Hörer nie wohin der Weg führen wird und war schlicht von den schmierigen Rock ‘n’ Roll-Fantasien begeistert. Nun haben Fidlar Ihre zweite Platte veröffentlicht, nennen diese schlicht »Too« und setzen exakt dort an, wo das selbstbetitelte Debüt aus dem Jahr 2013 endete. (mehr …)

Kritik: Beach House, Depression Cherry / Pias Coop/Bella Union (rough trade)

Dass Musik, die leicht und beschwingt daherkommt, auch mühsame Arbeit bedeuten kann, ist kein großes Geheimnis (#Binsenweisheit), auch Beach House aus Baltimore haben das feststellen müssen. Nach ihrem fabelhaften Album »Bloom« war es auch für Victoria Legrand und Alex Scully Zeit für eine längere Arbeitspause – kein Lied wollte mehr entstehen, der Akku war leer. Dass dann wiederum ein Ort namens Bogalusa im amerikanischen Bundesstaat Louisiana die Inspiration und Arbeitsfreude zurückbrachte, birgt schon eine gewisse Komik und lässt selbst die beiden herzlich lachen (INTRO). (mehr …)

Kritik: Albert Hammond Jr., Momentary Masters / Infectious ([PIAS] Cooperative)

Es hätte etwas werden können. Eine Platte über die man sich am Ende des Jahres noch erinnert. Beinahe wäre es auch soweit gekommen, aber leider sind die dafür benötigten Tracks zu selten auf dem neuen Album »Momentary Masters« von Albert Hammond Jr. zu finden. Der Gitarrist und Keyboarder von The Strokes kennt das Geschäft und war nicht nur Teil der Entstehung bei einem des wichtigsten Garage-Rock-Albums des 21. Jahrhunderts, sondern auch Dreh- und Angelpunkt für alles, was die Band jemals veröffentlichte. Ja man kann soweit gehen und sagen, dass so mancher Strokes-Songs alleine durch Hammond seine einzigartige Klasse entfalten konnte. (mehr …)

Platte der Woche #27: Ezra Furman, Perpetual Motion People / Pias Coop/Bella Union (rough trade)

»Perpetual Motion People« ist für “people who feel they can never settle” und beginnt mit einem unwiderstehlichen Eröffnungsstück. Der 28 Jahre alte Ezra Furman aus Chicago hat auch sein neuen Songs mit viel shoop-shoops, harmonischen Saxophonen und händeklatschenden Rock and Roll bestreut. Optimistisch, fröhlich und doch mürrisch hüpfen die Songs durch zeitlose Einflüsse, Selbstironie und witzigen Humor. “I would never fully join this society; I would always be somehow outside of it…If nothing else, it’s an interesting way to live.” (mehr …)

ELLIOT MOSS veröffentlicht im September 2015 Debütalbum auf Pias

Am 25. September 2015 wird das Debütalbum von Elliot Moss auf pias veröffentlicht. Richtig eingeschlagen hat daraus der Song »Slip«, welcher in einem aktuellen Musikvideo von US-Startänzer Phillip Chbeeb verwendet wurde und hierzulande auf #1 der Spotify Viralcharts landete. Zu sehen gibt es den Clip hier: